ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE. NACHTRAG. 5 1 ]
sterre für sterne) ist niederländisch; vgl. Gramm. I 2 , S. 488.
68. guotman Biedermann, bonus homo (Rechtsalterthümer 294),und so steht es im Leben Jesu (Vorau. Hs. 248, 18 Diemer)und im Parzival 740, 30. Es wird die Anrede sein, die manbei einem Fremdling gebrauchte, was das Lateinische nicht ein-gesehen hat, und es fehlt dahinter die Frage: »was wünschetihr?« Auch die Samariterin redet den Heiland guotman an(Wackernagel Lesebuch 103, 22. 104, 20) und im Ortnit(S. 26.Str. 76 Ettm.) Alberich den Lamparter sogar her Guotman.
69. go Nego K. Durch gonögo wird ganögo und ganöga, dasder Sprachschatz 2, S. 1009 mit Fragzeichen anführt, bestätigt;vgl. zu 74. — habeo H, was ohne Zweifel mit heo gemeintist. 70. parum uolo habere H, indem er das in der folgendenZeile über trenchen stehende uolo bibere, wie K hat, so liestund hierher zieht. In luzzil ist der letzte Buchstabe ungewis K. 72.Der Plur. rossa könnte zu spera und swarda 53. 54 gehören, dochauch, wie bei corne dem Plur. auf u und e beim starken Neutrumim Altsächsischen, Altfriesischen, Angelsächsischen und Mittelnie-derländischen entsprechen. Seltsam dass hier die Präposition fehlt.
74. Diese Zeile stimmt mit 48 überein. t vor rophen ist nichtdeutlich H. — gonoi ist gleich gonogi und entspricht der alt-hochdeutschen Form ganuogi: Zeile 69 stand die andere ganögo. —luzer ist entweder in luzil zu ändern, wie 70 steht, oder inluzec, dem altsächsischen luttic im Heljand entsprechend.
75. Die zweite Person auf is in guillis kommt nur noch beiTatian vor (Sprachschatz 1, S. 818): daneben guiltu 93; vgl.Zeile 43. — Hier guin, 98 huin; H schreibt gain. 76. suillezusammengezogen aus sü guille; vgl. zu 44. — nine teruen H.min&eruet... * K. 77. hoc H. 78. e = ih ist in diesen 252Stücken unseres Denkmals sicher, es müsste also hier e ne 20stehen wie 26. 27, oder ne wie 32, oder en wie 61. Solltedas vorangestellte g Einwirkung einer vollständigen Form egsein? 79. buozan ist refarcire reficere (Sprachschatz 3, S. 225.226), daher schuohbuozari Sprachschatz 3, S. 226 und altbüezer;vgl. Schindler 1, S. 212. 231. Beneckes Wörterbuch 1, S. 284 b 'und Haupts Zeitschrift 8, S. 396. Im Lateinischen liest H daserste Wort era mit der Bemerkung, dass ra verwischt sei, K