506 ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE. NACHTRAG.
nicht wohin. »Geht jenes Weges«, spricht der Herr und scheintihm den Pfad zu zeigen (85 — 91).
Kommt jemand von geringem Stand heran, so wird er,ist es ein Mann, gefragt wo seine Frau, ist es ein Weib, woder Mann sei. Zur Speise wird nur Obst angeboten, abergerne genommen (92—95).
An den Vornehmen wird bei seiner Auskunft die Fragegerichtet, ob er zu Mittag gegessen habe. Er hat Brot, Fleischund Wein genossen (96—100). Es geschieht also der husereGenüge, von welcher Haupt in der Zeitschrift 6, S. 387 — 392handelt. Der Meisner sagt husere dri dinc haben wil, als ichbescheide: gnouc edeler spise und guoten trunc (diu zwei diuprise ich beide), und daz der wirt zegegenwertic si. Ms.Hag. 3, 86 b . Die Frage des Hausherrn, von der ich bei demvaticanischen Blatt S. 12. 13 [oben S. 481. 482] geredet habe,gehört auch zur Hausehre. Ich trage hier eine Stelle aus demMeisner Ms. Hag. 3, 91 a nach, swenn ich den biderben wirt daheime suoche, der gebe mir sinen gruoz, ob ers geruoche, daz ichsin ere breite in der kristenheit. Ein frcelich gruoz und ouch einfriuntlich fragen ensol dem biderben wirte nimmer tragen; susfreuwe er sinen gast, so swindet im sin leit. Auch einen gutenMorgen bot der Wirth dem Gaste Tit. 1507.
Die Zeilen (101. 102), in welchen eine Dirne mit dem
Ausdruck roher Leichtfertigkeit aufgefordert wird sich Preis zu
247 geben, können nicht von dem herrühren, der einen andern
15 wegen seines Umgangs mit einem Weib so hart angelassen hat.
Zuletzt sehen wir, wie ich glaube, zwei Geistliche im Ge-spräch. Der eine war auf einer Wanderung gewesen: derwelcher ihn empfängt ist vielleicht der Pförtner des Klosters.Die Frage des letztern: »wo wart ihr hingegangen?« mussausgefallen sein. Der Satz beginnt mit der Antwort: »nachjenem andern Dorf«. Weiter wird gefragt, was er dort gethanhabe, und wir hören, dass er mit einer Sendung hingeschicktwar. Zuletzt folgt die Einladung: »trinkt in der Liebe Gottes,der Jungfrau Maria und aller Heiligen«.
Nach dieser Betrachtung des Inhalts gehe ich zur Erör-terung des Einzelnen über.
43. erro wie 31. 49. 71. 73. 75, als Dativ 33, sodann