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3 (1883)
Seite
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ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE. NACHTRAG. 505

welche jedoch keine Antwort erfolgt. Er fragt hierauf denAngeredeten, warum er nicht zu ihm gekommen sei. »Ich hattekeine Lust«, erwidert dieser, der also nicht in seinen Dienstensteht. Der Herr macht ihm den Vorwurf, ein Weib (ohneZweifel ist ein liederliches gemeint) bei sich im Bette gehabtzu haben und droht ihm mit dem Zorn seines Herrn, wenndieser von seiner schlechten Aufführung etwas erfahre. DerSchuldige antwortet in der Art eines Verlegenen: »was sagt ihr,Herr?« »Höre mich an, Narr,« spricht dieser und duzt ihn jetztverächtlich, »willst du deines Pferdes Sattel auf deinem Rückentragen?« Das war eine schimpfliche Strafe, von welcher dieRechtsalterthümer S. 719 ein Beispiel aus dem 9. Jahrhundertbeibringen (5967).

»Guter Mann«, redet, wie es scheint, der Herr einen Fremd-ling an, den er für einen Dürftigen hält. Aber die Frage fehlt,ob er etwas verlange. Dieser antwortet: »Ich habe was ich be-darf, nur etwas weniges wünsche ich, einen Trunk« (68 71).

Der Herr erkundigt sieh bei dem Diener ob er Getreide 246für die Pferde habe. Die Antwort ist nach den verschiedenen 14Umständen eingerichtet, es ist vorhanden oder es fehlt gänzlich(72 74).

Bei dem Herrn wird angefragt, ob er Lust habe gutenWein zu trinken. Er bejaht es und fragt, was ist das? DerDiener weiss es nicht, und man erfährt nicht was gemeint sei.Dieser erhält noch den Befehl von dem Herrn, ihm die Schuheauszubessern (75 79).

Es folgen fünf Zeilen (8084), deren Zusammenhang mannicht sieht. Die Frage, ob man heute den Herrn gesehen habe,und die verneinende Antwort ist ähnlicher Weise schon inZeile 27. 28 da gewesen. Rohe Sitte verrathen die Zeilen 83. 84.Gemeine Knechte mögen hier mit einander reden.

Ein Reisender wird vorausgesetzt, der Nachtherberge er-halten hatte und im Begriff ist weiter zu ziehen. »Gott ver-leihe euch Glück und Heil«, spricht der Hausherr zu ihm: »sogeschehe es«, antwortet der Fremdling. Der Hausherr fragtwann er gehen und wohin er sich wenden wolle: der Fremdeantwortet: »heute«, aber, da er die Wege nicht kennt, weiss er