500 ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE. NACHTRAG.
sie musste abgebrochen werden, ist mit zwei Strichen bezeichnet,das Unlesbare mit Punkten, und wo etwas von der Schrift ab-geschnitten ist oder könnte abgeschnitten sein, steht ein Stern.Einzelne Buchstaben wären wahrscheinlich durch Anwendung einesReagens noch herauszubringen. Wie bei dem vaticanischen Blatthabe ich eine Übertragung ins Althochdeutsche folgen lassen, inwelcher Zusätze von mir durch kleinere Schrift unterschieden sind.Auch meinen Wunsch, mir über die Beschaifenheit und denInhalt der Pariser Handschrift nähere Auskunft zu geben, hatHr Henschel bereitwillig erfüllt. Der Codex (7641 lat. in 4°)wird in der neuen Ausgabe von Ducange (7,442) in das Endedes zehnten Jahrhunderts gesetzt, scheint mir aber, zumal sichdas offene a noch zeigt, älter zu sein; indessen ist nicht möglich,mit voller Sicherheit darüber zu entscheiden. Er besteht aus85 Blättern: Bl. 1—74 enthält in zwei Spalten ein lateinischesGlossar, welches der viel verbreiteten Papias - Ansilaubusisi-dorischen Familie nicht zugehört, mit Abavus beginnt und mitZelos endigt. Dann folgen Bl. 74 b —81" »synonim ciceronis«,
81 b — -84 a »SENTENTÜE SENECE«, 84'' — 85'' »GLOSSE SPHUTALIS
iuxta eücheritjm epm«. Es finden sich elf Lagen, jede von vierDoppelblättern, ausgenommen die erste die nur drei, und dieletzte die drei und ein einfaches Blatt hat. An dieser letztenLage scheint nichts zu fehlen, aber an der ersten fehlt ein Doppel-blatt, sicher nämlich das unterste oder achte, da das letzte(gegenwärtig das sechste) der ersten Lage mit Architectus schliesstund das erste Blatt der zweiten Lage (gegenwärtig das siebente)mit Aucta beginnt, mithin alle Wörter, die mit As und At an-fangen, nicht vorkommen. Das erste Blatt der ersten Lage ver-misst man zwar insoweit nicht, als das Glossar richtig mit Abavusbeginnt, aber es ist nichts natürlicher als die Voraussetzung, essei ein Blatt mit der Vorrede vorhanden gewesen. Der Codexrührt nicht von einer Hand her, denn Schrift und Dinte sind242 nicht immer dieselben: schon Blatt A" zeigt sich ein anderer10 Schreiber; dabei eine Menge in der Folge von andern nach-getragener Glossen.
Die deutsche Schrift füllt die leeren Räume, welche die la-teinischen Zeilen von ungleicher Länge übrig gelassen hatten.