ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE. 493
sehen und altfriesischen iu. Wahrscheinlich ist jedoch dafüre (ih) zu setzen oder e guesa ü herzustellen.
26. ti althochd. dih, altsächsisch und altfriesisch thi.
28. vidisti gemäss müsste guesästü gelesen werden, und merkwür-dig wäre die Form gesäs, gesäst für die althochdeutsche gesähi,denn sie entspräche dem gothischen und nordischen t, das sich imAlthochdeutschen nur im Präsens der anomalen Verba erhalten hat;vgl. Geschichte der deutschen Sprache S. 485. 487. Aber ich 435habe oben (S. 14) die Gründe angegeben, weshal'b ich glaube, 23dass hier guesähen oder guesähet muss gelesen werden, minwie sin 38, althochd. minan sinan. Mit apocope des n derschwachen Form hier und Z. 19 der Acc. erre, wie Z. 33 derDativ erro, den auch der Sprachschatz 4, S. 992 einmal bei-bringt: es ist Eigentümlichkeit des Nordanglischen, Friesischenund Nordischen (Geschichte der deutschen Sprache S. 951).
29. ai in nain, das althochdeutsche ei, entspricht dem gothischenäi. 31. 37 gucr mit dem getrübten se für ä. ist in Anlehnung füris tin; vgl. Richthofen S. 1144 b . 32. Das niederdeutsche e inguez wie Z. 23 in bez. 33. Ich bessere er is zi sin. sin istwie das Z. 19 erörterte min zu nehmen. Ein Hochdeutscherhat sinme geändert, auch ist der Zusatz m,e und das über zgesetzte f, wie Dr Brunn ausdrücklich anmerkt, von anderer
■ Hand. 34. 35. 36 canet ist kneht, entsprechend der Formgaräbe 16: auch in der Vorauer Hs. Antichrist 218, 26 findetsich cheneht; vgl. die Anm. zu 25. 36. ubile ist in die
zweite Declination übergegangen. Was e über m bedeutensoll, weiss ich nicht. 37. Die Bezeichnung dessen, nach
dem gefragt wird, fehlt: gemeint ist, der den Befehl in derfolgenden Zeile ausrichten soll. 38. Ich erkläre klapho in
oder ana sinan hals. Eilharts Tristrant 1796 ich wil in ansinen hals slän. Wegen des bei sclaphen vorgesetzten s istdie Geschichte der d. Spr. S. 990 nachzusehen, sin für sinan istschon zu 28 angeführt. 39. habeo kann hier unmöglich la-
teinisch sein, und wie wäre es zu erklären? Ich will eine Ver-muthung äussern, eo steht mundartlich oder durch einen Schreib-fehler für e und habe ist der Imperativ: es folgt din d. i. dinannach 28; das dazu gehörige hals versteht sich von selbst, denn