ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE. 491
als Fem. kann nicht richtig sein und ist aus dem Lateinischenentlehnt: es wird Frankono lande, oder wie die Form hier lau-tete, da gestanden haben. 22. guaez mit dem angelsächsi- 433sehen ä, dagegen guaz 30. Die zweite Person des PL Prät. 21auf en in däden und guären 24 entspricht dem altfriesischen un.23. bei enbet hat ein anderer das hochdeutsche z über dasniederdeutsche t geschrieben, disnare prandere findet man beiDucange, ihm entspricht das romanische disnar dirnar bei Ray-nouard 3, 51, das heutige diner. Das persönliche Pronomenfehlt hier und Z. 32, das sonst bei der ersten Person, auchwo kein Nachdruck darauf liegt, gesetzt ist. Vielleicht solles hier mit dem anstossenden en zusammenfallen. 24. Ichlese guären ger ina az ze mettinä. Sprachschatz 3, S. 16 azpim adsum. 25 wie 29 terue und 36 teruce: das entsprechendelateinische Wort fehlt in den drei Stellen, als habe der Schreiberkeinen Ausdruck dafür gehabt: Z. 25 ist ganz unübersetzt ge-blieben. In terüe erblicke ich eine herkömmliche Ausrufungfür traun certe. In den beiden ersten Stellen entspricht es deralthochdeutschen Betheuermig triwö, wovon der Sprachschatz 5,S. 466 einige Belege beibringt; Boner 48, 32. 83, 32 gebrauchtnoch triuwe in diesem Sinn, und im Liedersaal I. 300, 5 findeich si sprach »triuwe, ich enweiz dir da von ze sagenne niht.«Zeile 36 ist der Acc. mina triwa unzweifelhaft, wie bei Walther28, 31 al die werlt! Die alte Form unseres Denkmals, die sichbei einer Interjection erhalten konnte, gewährt noch die nieder-deutsche Übersetzung Freidanks in der Magdeburger Hand-schrift: der hochdeutsche Text 47, 12 schulte ein diep den an-dern diep, daz waare den nächgebüren liep lautet dort Bl. 14 a»scholde eyn deff den andern deff, das were derue synen ne-gesten leff«; der Niedersachse hat also das Wort aus eigenenMitteln zugesetzt. Auffallend ist ter für tr, welches letztereschon das Gothische, Althochdeutsche, Altsächsische, Angelsäch-sische und Altnordische zeigen, doch die Vorauer Handschriftsetzt in dem Gedicht von dem himmlischen Jerusalem 367, 6unterüe neben 372, 22. 25 entriuwen, getrüen. Ebenso findetsich dort 367, 17 teri neben 372, 1 tri, was kein anderer deut-scher Stamm kennt, auch nicht in dem Sanskrit, dem Griechi-