490 ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE.
432 für cuma üt verstanden werden, zumal sonst die nöthige Prä-20 position fehlen würde. Als solche und vor Substantiven er-scheint bekanntlich üz sehr selten im Althochdeutschen, auchnicht in den ältesten Denkmälern, nicht im Heljand, aber öfterim Gothischen und Altfriesischen. Das Übrige in der Zeile istvom Abschreiber entstellt. simono oder simino ist nämlichverschrieben für sinemo, aber auch das ist nicht richtig, esmusste minemo gesetzt werden oder vielleicht mine, wie ichbei der folgenden Zeile zeigen will, dodon' ist unerklärbar, eswird dorne da gestanden haben, das a's ein seltenes Wort (nurEin Beleg im Sprachschatz 5, S. 140) von dem Abschreibermisshandelt ward; es entspricht dem lateinischen domus, dominioder dei, wovon Ducange reichliche Beispiele liefert. An dasalthochdeutsche toto kann man dabei nicht denken, es müsstewenigstens doden lauten, aber was soll patrinus hier und wie kanndominus dadurch erklärt werden? Auch fehlte dann üs (hus).Der Geistliche sagt »ich komme aus meiner Kirche.« Dasunverständliche H hat vielleicht der, welcher an der Zeile bes-serte, als Kürzung von hüs angefügt, weil er meinte, dasWort sei vergessen. 19. mer, althochd. mir, ist Gramm. 4,
S. 362. 363 erörtert und erscheint auch Z. 21 und 23; ichstelle es vor die Präposition, wenn meine Erklärung von cuntrichtig ist. errehüs betrachte ich als eine Zusammensetzung,min aber wegen des folgenden Vocals als eine Kürzung vonmine, wie Z. 38 sin für sine steht. Dieses mine aber für .mi-nemo ist niederdeutsch, wie im Altfriesischen sina, sine, sinvorkommt; vgl. gueliche 20, gene 21 und Gramm. I 2 , S. 736.20. gueliche, althochdeutsch welihemo, wie mine 20. Die Prä-position fehlt, althochdeutsch müsste fona stehen, wie in denCasseler Glossen (H, 18) bei derselben Frage, fona weliherolantskeffi? Sollte der Schreiber die Präposition in seiner Mund-art nicht gefunden haben (sie fehlt aber nicht im .Altsächs.und Altfries.), so konnte er ut setzen. Die zweite Person PI.Präs. auf en in cumen neben cumet 17 erscheint ebenso beiKonrad von Würzburg, der ausser dem seltneren en auch etund ent gebraucht; vgl. Haupts Zeitschr. 2, S. 378. 21. genealthochd. jenemo; vgl. Anm. Z. 19. 20. Aber francia daneben