Druckschrift 
3 (1883)
Seite
477
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ALTDEUTSCHE GESPRÄCHE. 477

das Gegentheil vermutlien sollte. Sie zeigen freilich Überein-stimmung, so weit sie in einer gleichen Aufgabe liegt, aber inder Folge der einzelnen Abtheilungen, die selten äusserlichgetrennt sind, stimmt eins so wenig mit dem andern, dass beieinem voran steht, was bei dem andern erst am Ende kommt;am meisten zusammengehalteu sind noch die Abschnitte ausdem Naturreich. Ebenso verschieden sind sie dem Umfangnach: D und I enthalten nur wenige Abschnitte. Endlich istin der Folge der einzelnen Wörter keine Gleichförmigkeit sicht-bar: erscheint auch manchmal eine kleine Anzahl in derselbenOrdnung neben einander, so liegt dies gewöhnlich in der Naturder Sache, z. B. wenn die Glieder des menschlichen Leibesaufgezählt werden: anderwärts zeigt sich wieder die grössteVerschiedenheit. Ebenso ungleich sind sie in Beziehung aufdie Reichhaltigkeit einzelner Abschnitte: rein gehalten sind dieseauch nicht immer, manchmal drängen sich verirrte Glossen da-zwischen, einzeln oder ein Paar zusammen. Es scheint bei derAufstellung dieser Wörterbücher meist der Zufall gewaltet zuhaben. C lässt diese Entstehung am deutlichsten durchblicken:hier ist (S. 260) bei den Namen der Bäume aus einer an-dern, auch sonsther (Altdeutsche Blätter 1, S. 349. 350) bekann-ten Quelle sogar ein lateinisches Gedicht aufgenommen, wo danndie einzelnen Glossen über die Zeilen geschrieben sind. NurE, das Summarium Henrici, geht auf Plan und strengere Ord-nung aus. Unter den älteren ist dieses Wörterbuch das voll-ständigste, dennoch fehlen darin Abschnitte, die C, H und Igewähren, so wie gemeinschaftliche anderwärts reicher ausge-stattet sind. K enthält sichtbar eine spätere Bearbeitung undumfasst unter allen am meisten. Der Vocabularius hat sich dabei 421noch ein anderes Ziel gesteckt, er will zur Erlernung des La- 9teinischen behilflich sein, denn es werden neben ein deutschesWort oft mehrere, ja ganze Reihen lateinischer, denselben odereinen verwandten Begriff enthaltende Ausdrücke gestellt. Ge-wiss sind dabei Wörterbücher aus älterer Zeit benutzt, aberauch nicht weniges wird seiner Zeit angehören. In dem Ab-schnitt über das Naturreich (S. 4155) macht sich die alpha-betische Ordnung in den lateinischen Wörtern bemerklich,