ALTDEUTSCHE GESPRACHE. 475
20 Fona welihemo lande kumet ir? de qua patria?
Ih was mir in jenemo Franköno lande in Francia fui.
Waz ir dar tätutf quid fecisti ibi?
Inbeiz mir dar disnavi me ibi.
Wdrut ir hina az ze mettino'? fuisti?25 Triwö ja iwih (1. ih).
Ih ne gesah dih dar ego non te ibi vidi. vel.
Ih ne gesah iwih dar vos non vidi ibi.
Gesdhi du minan herrun ze metüno\ vidisti seniorem menm.ad matutinas?
Triwö nein ih non.30 Waz wildul quid vis tu?
War ist din herrol ubi est senior tuus?
Ne weiz nescio. vel.
Er ist ze sinemo herrin ad seniorem suum.
Ih scöni kneht bellus vasallus. vel.35 Snel kneht velox vasallus.
Ubil kneht mina triwa malus vasallus.
War ist? ubi est?
Klapfo in sinan hals da illi in collo.
Habe dinan. 419
40 Ganc hüz i fors. 7
Hundes ars in dinero nasö canis culum in tuo naso.
Zu den ältesten Denkmälern der deutschen Sprache gehö-ren deutsch-lateinische Wörterbücher, in welchen Ausdrückefür die im täglichen Leben nothwendigen Dinge gesammeltund zu bequemem Gebrauch ihrem sachlichen Inhalt nach ge-ordnet sind. Davon unterscheiden sich sehr bestimmt lateinisch-deutsche, nicht auf besondere Gegenstände beschränkte alpha-betische Vocabularien, noch mehr zwischen die Zeilen oder anden Rand lateinischer meist theologischer Werke gesetzte Glossen.Die beiden letzgenannten Arbeiten dienten gelehrten Zwecken,während jene sachlichen Handbücher zunächst für Reisendebestimmt zu sein scheinen, vorzüglich für Geistliche, der la-teinischen oder der eben aus dem Lateinischen sich ablösendenromanischen Sprache mächtig. Bei jenen gelehrten Glossen istdas Lateinische die Hauptsache, das Deutsche Übersetzung:bei den sachlichen Wörterbüchern muss das Deutsche als dasUrsprüngliche gelten, wenigstens in so weit als es von dem