NACHTRAG ZU DEN CASSELER GLOSSEN. 469
auricularis findet. Die unter dem Volke noch heute üblichenNamen mögen durch ganz Deutschland verbreitet sein. Zu denschon mitgetheilten trage ich einige nach, 5 lütje finger. 4 goldinger.3 goldammer. 2 topliker. l flohknicker, so hörte ich zu Neustadtan der Harzburg, l dümelinksken. 2 fingerlinksken. 3 lankmänn-ken. 4 swankmännken. 5 kappeditsmännken J. F. Woeste Über-lieferungen in der Grafschaft Mark S. 2. 5 das kleine ding. 4 dergöldering. 3 der langhals. 2 der schmandlecker, der dippenlecker.l der lauseknecker, aus Willingshausen in Oberhessen, mitge-theilt von Dr Wilh. Arnold.
G b 3 das mir unverständlich gebliebene deurus wird vonDiez und Wackernagel glücklich durch tubrucus bei Isidor 1 )und Paulus Diaconus erklärt. Nur weichen beide darin von ein-ander ab, dass Diez, dem ich beistimme, das romanische Wort 162aus dem deutschen deopröh entstehen lässt, Wackernagel dagegen *glaubt," das deutsche sei eine Umbildung des romanischen.
G" 8 nach den Schriftzügen ist grössere Wahrscheinlichkeit,dass bisle und phesal muss gelesen werden, als birle und pheral.Beide Formen neben einander setzen die Insbrucker Glossen(Mones Anzeiger 1838 S. 591) 268 pisale pirale, phiesil.
G b 12 Wackernagel stellt die Vermuthung auf, sisireol könnevon sicera (sicereolum) abgeleitet werden.
G b 15 Ich lasse die Vermuthung fallen, dass siala zu lesensei und nehme siccla an, wie in der folgenden Zeile sicleola, dasich bei Ducange sicla mensura liquidorum findet; vergl. Merkelslex Alaman. S. 51.
H 2 siluvarias muss ich festhalten; vgl. Pott über die ro-manischen Elemente in der Lex salica S. 163.
H 2 folliu ist nach Grammatik 3, S. 457, 458 der PI. desSubst. folli poculum. Die Verwandtschaft mit dem Adject. folist noch unsicher.
II 4. Ich habe mutti als Masc. betrachtet, dazu gehört dermutte Eracl. 3242 nach der richtigen Leseart.
H 14 Wackernagel erinnert bei mih für mihi an die Formelcrede mich; vgl. Haupts Zeitschr. 2, S. 191.
') *Tubrucos vocatos (dicunt) quod tibias braoasqiie tegant. Tubraci, quoda bracis ad tibias usque perveniant. Isidor, Etymolog. 19, 22.* [Zettelnotiz.]