468 NACHTRAG ZU DEN CASSELER GLOSSEN.
ich bei einigen zu erwidern habe in den folgenden weiteren An-merkungen zufügen.
Ich hätte S. 440 (16) [= oben S. 384] anchlao nicht unter dieWörter setzen müssen, die ein wurzelhaftes ao für 6 haben, daes hier nach der Anmerkung E 18 der PI. ist. Auch war nichtoi für uo in noila anzunehmen: nach der Anmerkung zu H 14gilt hier noila, nuoila, und i gehört zur Ableitung ila. E 3 istes nicht möglich ardigas statt ordigas zu lesen, welches Diez für161 ein verderbtes ardiglas ansieht, o ist in der Handschrift noch un-3 zweifelhafter und das an dieser Stelle etwas flockige Pergamentallein Ursache, dass der Buchstabe in der Nachbildung unreingeworden ist. E 15 uinuolu gestattet allerdings die Handschriftiunuolo zu lesen, da die ersten drei Striche nicht mehr vollständigvorhanden sind, aber o ist ausser Zweifel und iunuclo, wie Diezannimmt, nicht möglich. Er hält die Conjectur guinuolo für ge-wagt, da sich das lateinische g nicht wohl als gu darstelle: auchWackernagel bemerkt, gu könne nur für das lateinische v unddeutsche w eintreten. Ich habe die Änderung selbst als eineunsichere Vermuthung angeführt, will aber dazu bemerken, dassin den Altdeutschen Gesprächen, wo romanischer Einfluss er-kennbar ist, guesenda 105, sogar quesasti 28 und quesan ger 80geschrieben ist [s. unten S. 485. 493. 512. 515].
In der Geschichte der deutschen Sprache S. 947 erhält dasschwierige Wort altee E 15 eine Erklärung, der ich nicht bei-stimmen kann, schon, wie ich anderwärts (Altd. Gespr. S. 9 [untenS. 478]) bemerkt habe, weil hier keine verirrten Glossen vorkommenund dem Zusammenhange nach nothwendig vom fünften Fingerdie Rede sein inuss. Articulata wird dort als romanischer Aus-druck für das lateinische articulus, alte aber für altä membrumerklärt, und dieses sonst nicht vorkommende Wort in Zusammen-setzungen gefunden, deren Bedeutung noch ungewiss ist.
Über die Fingernamen in der malbergischen Glosse, an derman gern vorübergeht, weil es schwer ist mit einiger Sicher-heit etwas herauszuholen, sind sinnreiche Vermuthungen in derVorrede zu Job. Merkels lex salica von Jacob Grimm S. XL,XLI geäussert. Zu der Stelle aus Isidor will ich bemerken, dasssich bei Richerus 2, 59 übereinstimmend salutaris, impudicus und