ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN. 447
nesen, Tibetern und Mongolen, ferner bei den Osseten undLithauern, sogar bei den Finnen und, worüber man am meistenerstaunt, bei den Indianern in Amerika; s. Pott in der Hall.Lit. Zeitung 1847, St. 238. «Vgl. über das finnische EposS. 38. Kalewala von Schiefuer 5, 320. 78, 271. 171, 163.254, 260. 255, 380. * Dieser Name kann nicht aus den natür-lichen Verrichtungen des Fingers frei hervorgegangen sein,sondern ein ähnlicher Glaube muss ihm überall zu Grund liegen;und auch dieser bedurfte der Überlieferung, sonst hätte manebenso gut den dritten Finger seiner schimpflichen Eigenschaftenwegen so bezeichnen können, wie dies nach Pott S. 297 in derannamitischen Sprache wirklich geschehen ist. Die altschwedischeUmschreibung: der nächste nach dem längsten stimmt zu demgriechischen Trapaij.ecio?, die lateinische bei Macrobius minimovicinus, die mit minimo proximus bei Plinius und Quintilianzusammenfällt, ist nur anders gewendet: Henisch sagt proximusmedio et minimo. Sollte auch hier die Absicht dahinter liegen 492den eigentlichen Namen nicht auszusprechen, und bezeichnet 68aus demselben Grund die lex salica und die lex Rotharis wieder Dichter der Genesis ihn nur als den vierten?
5. minnisto in unseren Glossen, wie bei dem Dichter derGenesis der minneste finger, ebenso in den Denkmälern desdreizehnten Jahrhunderts (Haupts Zeitschrift 5, S. 561, Z. 1720-Fragmente bei Müller 3, 37 b Z. 119) und im Schwedischen. Dasentsprechende minimus digitus hat Columella, die lex salica 32, 3,lex Alamannorum 65, 22, Baiuvariorum 3, 12, Thuringorum 5, 8,Saxonum 1, 17, Frisionum 22, 32: nur die lex WisigothorumVI. 4, 3, die lex Rotharis cap. 89 und Hraban sagen quintus.* Muspilli 96 luzig vinger. * Heljand 103, 18 luttic fingar, alt-friesisch thi liteka finger, angelsächsisch lytlafinger, altnordischlitilfingr, die altschwedischen Gesetze litle finger, englisch littlefinger, in Bremen und Holstein lütje finger. *Der von Singen-berg Ms. 1, 151 a (Hag. 1, 298 b ) ich sage iu baz durch solhenot verlüre ich niht ein vinger. Heidelberger Handschrift
namenlose (a priv. näman Name), kanist'ä der kleinste, eigentl. die kleinste,weil anguli-s Finger weiblieh. Nur der Daumen als Oberhaupt ist männlich.«[Eigenhändige Notiz] Von Bopp 8. Juli 1852. *