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3 (1883)
Seite
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444 ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN.

Finger der linken Hand getragen wird, Saturnal. 7, 13 in librisanatomicorum habetur nervum quendam de corde natum prior-sum pergere usque ad eum digitum et illic desinere implicatumceteris ejusdem digiti nervis: et ideo visum veteribus ut illedigitus annulo tanquam corona circumdaretur. Auch Henischsagt, er habe den Namen daher, quod in eo aurum et annulosgestare olim solebant, hac de causa quod ajunt a corde illicprotendi venam, quae cum annulo redimitur, velut cor ipsumcoronatur. j In der That galt durch das ganze Mittelalter die490 Ansicht, dass dieser Finger durch einige Adern mit dem Herzen66 in besonderer Verbindung steheT] Diese Erklärung ist also einegelehrte und, wie es scheint, künstliche: leicht aber mag da-hinter ein Volksglaube liegen, denn ich weiss sonst nicht warumKeisersberg Postille Bl. 102, Melber, Henisch, Stieler und Schottelteutsche haubtsprache S. 429 ihn auch herzfinger, ja die Böhmennach Nemnich 1, S. 318 den herzlichen oder zärtlichen nennen.Goldfinger gebrauchen in älterer Zeit die Trierer Glossen unddie angelsächsische Sprache, hernach der Vocabularius optimus,Dasypodius (S. 327 b ), Ilenisch, Stieler und niederdeutsche Mund-arten: von den altschwedischen Gesetzen sagt allein das west-gothländische (1, 37) gullfingr, doch nur in Beziehung aufden Bischofsring, und im Dänischen ist guldvinger bloss in derVolkssprache bekannt (Molbech 1, S. 402); sonst führt er nochbei den Fohlen und Letten diesen Namen. Die Erklärung,wonach er so heisst, weil er den Goldring trägt, bietet sichleicht dar, sie gilt für prangfinger bei Henisch und ist für denpommerschen, mecklenburgischen und holsteinischen goldringeroffenbar richtig: dann aber würde er mit ringfinger ganz gleich-bedeutend sein, abgesehen davon, dass nicht jeder Ring eingoldner ist ( * Rechtsalt. 340 * ). Mir scheint die Vermuthungzulässig, dass, wie wir noch heutzutage alles Herrliche golden,das Lieblingskind schmeichelnd Goldkind nennen, oder wie inMärchen ganz .goldene Jünglinge vorkommen, Goldfinger ur-sprünglich ein goldglänzender, das heisst ein schöner, Freudeerregender, gewesen sei: war er doch auch bei den Griechendem Sonnengott heilig; vgl. was Andreas und Elene XXXVIII XXXIX zu Goldburg gesagt ist. * Die Goldhand, die