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3 (1883)
Seite
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ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMFN. 443

Liebenden geschildert wird, heisst es 1647716496 si sintgerne einander bi, daz ouge bi dem herzen, der vinger bi deinsmerzen. Ferner, ouch gät der vinger und diu hant vil dickeund ze maneger zit des endes da der smerze lit. Nochmals,des herzen f'riunt, daz ouge, was gewendet nach dem herzenie: diu hant ie nach dem smerzen gie. f Konrads Trojan. Krieg2155921562 ich sach iuch dicke reichen mit dem vinger andie brüst, dar ane erkant ich den gelust, den ir durch minnetruoget f [Nachtrag auf S. 87]. Ich füge hinzu, dass nach PottS. 295 dieser Finger in Wales Finger des Zaubers heisst, woauch angeführt wird dass der Arzt Philon die Mittel, die erbereitete, Hände der Götter, öeiuv x e 'P a? genannt habe. Ich ge-lange zur Betrachtung der anderen Namen. Ringfinger, das inunserer heutigen Sprache, wie in der holländischen, gilt, kommtim Althochdeutschen nicht vor, auch nicht im Mittelhochdeutschen,nur die Wiener Glossen gewähren in einer sonst nicht be-kannten Form ringelsere, der einen Ring trägt: doch ist das alt-nordische baugfingr gleichbedeutend. Den lateinischen Namenannularis gebrauchen Isidor, Hraban, die Wiener Glossen unddie bei Nyerup, ferner die Gesetze Heinrichs I von Engelandneben medicinalis: und da noch jetzt die Spanier und Portu-giesen annular, die Italiäner annulare, die Franzosen annulairesagen, so mag das Wort, das sich bei den alten Schriftstellernnicht findet, aus der lateinischen Volkssprache aufgenommensein. Die Umschreibung in dem Gesetz Wilhelms des Eroberers(Schmid S. 178), dei qui ported Fanel, gibt denselben, ohneZweifel richtigen Grund des Namens an, den wir durchMacrobius und Isidor schon kennen, noch genauer durch denDichter der Genesis, der uns belehrt dass der Mann ihn derFrau bei der Vermählung gebe, der König aber dem Geistlichen,wenn er ihm die Bischofswürde ertheilen wolle. «Genesis 61,11. 12 daz gefingir er (der König) nam abe smer hant wol ge-tan: inen (Joseph) er iz ane legite: zi deme giwalt inen stabite.S. Berthold S. 366. Ulrichs Tristan 522, 32 daz golt er anden vinger stiez. Vgl. 532, 19. 523, 6 daz golt im abe demvinger schein. (Forcellini v. medicinalis). * Macrobius weist so-gar den Grund nach, weshalb der Ring gerade an dem vierten