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3 (1883)
Seite
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ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN. 441

Verrichtungen der Finger gegründet sind, wiewohl sie späterenUrsprungs sein mögen: lancmar z. B. würde der einen, dermittelste, der längste der anderen Art zugehören. Ich glaubedass beide Fragen zu bejahen sind. Man übersehe nicht dassdümo, der Name des wichtigsten Fingers, bei allen deutschenStämmen unverändert fortdauerte und, mit geringfügigen Aus-nahmen, keine weitere Benennung erhielt. Darin war ihm dasverbreitete pollex ähnlich, mit dem das slavische palec und daslappische pelke (afinnisch peukalo Däumling (Kalew. 13, 67)D. Mythol. S. 1217*), sogar pixel in den räthselhaften Glossender heiligen Hildegard (Haupts Zeitschrift 6, S. 326) zusammen-zukommen scheint (Pott S. 291292), und das wohl alter-tümlicher ist als die griechische Umschreibung dvxfyeip oder

4. lähhi, das gothische lekeis, entspricht genau dem neben-stehenden medicus, welchen lateinischen Ausdruck auch dielex Saxonum 1, 19, die lex Thuringorum 5, 8 und Hraban ge-brauchen : die lex salica 32, 2 und die lex Rotharis Cap. 89zählen wieder und sagen digitus quartus: auch der Dichter derGenesis gebraucht bei diesem Finger die Zahl allein, undebenso macht es die heutige schwedische Sprache. digitusmedicus heisst er schon bei Plinius, medicus bei Porphyrius,qui minimo vicinus est, quem etiam medicinalem vocant, bei 488Macrobius: ferner medicinalis bei Isidor, in den Gesetzen Hein- 64richs I von England (Schmid S. 273) und bei Spätem. Diealtromanische Sprache verwendet metge mege nicht auf dieseWeise, wenigstens geben Raynouard und Roquefort keine Nach-weisung: späterhin findet sich dafür das gleichbedeutende,schwer zu erklärende mire, doiz mire, doiz que Ten apele mire(Ducange bei digitus und Roquefort 2, p. 160, vgl. DeutscheMythologie S. 1103): endlich hat Ducange eine Stelle vom Jahr1447, worin doy medicinal vorkommt: Rabelais sagt doigt medi-cal. Ich glaube, lähhi ist nicht erst durch das lateinische Worthervorgerufen, sondern enthält den ursprünglich deutschenFingernamen, der nur mit dem lateinischen in der besonderenBedeutung zusammenkommt. Dafür spricht schon das angel-sächsische lascefinger und das dänische kegefinger, das nur in