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3 (1883)
Seite
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438 ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN.

setzen dass er gern Pflaumen nascht *) und verräth, da er mitdem griechischen Xi^ctvos, dem lithauischen lizus, wahrscheinlichauch mit einem mongolischen Namen (vgl. Pott S. 292. 297)stimmt, ein hohes Alter. Aber nicht Kinder allein naschen,auch Kobolde und Hausgeister, denen man eine Schüssel mitMilch oder Milchbrei an einen sicheren Ort stellen muss, damitsie ihre Speise in nächtlicher Einsamkeit verzehren.

3. mittarösto, wie unsere und die Wiener Glossen dendritten Finger nennen, heisst übereinstimmend im Angelsäch-sischen midlesta: die Glossen bei Nyerup haben mittelaere wieder Vocabularius optimus mittler, Melber der mittelst, Dasy-podius, Henisch und Stieler und andere mittelfinger, was nochüblich ist: englisch middlefinger, schwedisch medlerste »eincherze gemezzen näh demo mitteristemo vingere diner zesewenhant. Wackernagel in Haupts Zeitschr. 7, S. 138. Der mittlerefinger Berthold 449. Der mittere vinger Schwabensp. 6, 16.Der mittel vinger Schwabensp. 345, 44. 54*. Das lateinischemedius ist bekannt wie das griechische <jiao?: jenes gebrauchtdie lex Frisionum 22, 30 und die lex Saxonum 3, 13: medianus,das bei Vegetius vorkommt, die lex salica 32, 6 und die lex. Baiuvariorum 3, 13: tertius die lex Wisigothorum VI. 4, 3 unddie lex Longobardorum Cap. 89. Dagegen der Dichter derGenesis sagt der dritte heizet ungezogen, weil er (der längste)überall sich vordrängt, und wohin die Hand sich immer wendet,alles zuerst berührt. Diese Benennung kommt sonst nicht vor,und ich glaube, dem Dichter waren die lateinischen, bei Martialund anderen schon geläufige Namen, impudicus, infamis, verpus,gleichbedeutend mit xatairu^bc, bekannt, wie auch Isidor undHraban, von den alten Gesetzen die lex Thuringorum 5, 8, imelften Jahrhundert Heinrich I von England in seinen Gesetzen(Schmid S. 173) impudicus gebrauchen: aber jener Dichterwählte, um das Anstössige zu meiden, einen milderen Ausdruckund fügte eine etwas erzwungene Erklärung hinzu, wie auchIsidor sich mit anständiger Dunkelheit über die Bedeutung desNamens äussert. Wenn die. Römer den zweiten und viertenFinger krümmten und den dritten ausstreckten, so wollten sieeinen Priap darstellen und zugleich die schimpfliche Unzucht