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3 (1883)
Seite
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436 ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN.

worfene gelobte durch dieses Zeichen Unterwürfigkeit und flehtezugleich damit um sein Leben: das hiess den vinger üf bieten,wie in Konrads trojan. Krieg 4292. 4301, oder den vinger üfrecken, wie bei Helbling 1, 1314 vorkommt*), und so ist auch

484 Rosengarten C 1174 zu lesen üf racte ime den vinger der rise.

60 Bei feierlicher Handlung ward der folgende Finger noch miterhoben, wie dies bei der Eidesleistung heutzutage geschieht,

* vgl. Silentiarius Paulus v. Kortüm s. N. 48, es ist ein Zeichender Anrede, der Versicherung, der Betheuerung*. In denMosaikbildern der ältesten christlichen Kunst bis zu den Malerndes sechszehnten Jahrhunderts segnet Christus, indem er diesebeiden Finger aufhebt: und auf den Extersteinen, wo die Ab-nahme vom Kreuz etwa im Anfang des zwölften Jahrhundertsdargestellt ist, schwebt Gott über dem Kreuz und segnet ebensomit beiden ausgestreckten Fingern der rechten Hand den Leich-nam, der gerade vom Kreuz abgenommen wird. In der Kaiser-chronik nach der Überarbeitung der Wiener Handschrift 14155

* 14672 Massm., vgl. 14691* heisst es rihten mit vingern zwein,und in Konrads Otto 336338 hie mite üf sine vinger bot derkeiser und lobte bi keiserlichen eren. Bei der gerichtlichenEidesleistung ward im Mittelalter die ganze Hand auf einHeiligthum gelegt, aber schon im Parzival 31, 2. 3 steht zwenevinger üz der hant gein dem eide bieten, und in Konrads tro-janischem Krieg 9113 sus leite er üf daz bilde da die vingersin; aus anderen Stellen * Wilh. v. Orlens 4564 sus bot er gendem eide die beden finger beide und swuor es einen ganzeneit. Wartb. Krieg Ms. 2, 2 1 ' al mine vinger wellent swern.so beredeter sichs mit sinen zwein vingern. Schwabensp. 156,10. 261, 4. 283, 4. Statuten von Dinkelsbühl (Haupt Zeit-schrift 7, S. 95) mit sinen zwein vingern üf der wunden swern.Vgl. Schwabensp. 29, 13. 74, 7. Berthold spricht von dreiFingern, die aufgehoben werden bei dem Eid, vgl. S. 86. 87*,wo von aufgehobenen ausgereckten Fingern geredet wird, ist

*) «Mit zwelf vanen er daz laut enpfie und viel nider üf diu knie und ractim sine hende. Enenkel S. 277. Ms. Hag. 2, 354 b . sprach der tore »si fride« und sach hin gein der künegin und racte üf den vinger sin. Frei-bergs Tristan 5238.*