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3 (1883)
Seite
435
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ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN. 435

fingar thenita er ouh sar. Gottfr. Tristan 72, 3, wir helfen drinmit henden legen und umbe wenden swie so du 'vor gebiutestund mit dem vinger diutest. Cato (Liedersaal 1. 570, 409411)swem du ein sach wilt zeigen, gen dem soltu neigen den vingerdin; daz stät wol. Reinm. v. Zweter 2, 155 1 '. clin nahtgebercder tac vingerzeiget. Herbort 6253. Bernge von HorheinMs. 1, 172 b swer deheine fröude hat, der vingerzeige muozich sin. Siehe Vilmar Weltchronik S. 26. Rudolfs Wilh. v.Orlens 3780 äne vingerzeige, äne valsches neige wuohs ir prisso gar üfreht. Frauenlob S. 150 (Ettm.) herz, ougen, sin dazreichent 1. zeigent mit dem vinger. Teichner Liedersaal I, 439, 33wisen mit vingerzeigen. 440, 66 der verrseter vingerzeiget. MaiS. 47, 32, 11 und wirt ein vingerzeigen üf den eren veigen.152, 17, 204 ez wirt von allen landen üf uns ein vingerzeigen:wir sin vor got die veigen. Lanzelet 1473 an vingerzeigen wasez (das Pferd) gar. Jung. Titurel 3573, 4 swer den swachenvellet, daz machet niht der eren vingerzeigen 2378, 4. 4749, 2.Heinzelein von Konstanz Ms. Hag. 3, 411 der in ouch Agnusdei hiez und üf in vingerzeigete. Dietleib 8245 als Auszeich-nung. Wolfenb. Hs. von Freidank Bl. 86 a swer sich gesellet zetumben liuten, üf der ist ein vingerdiuten. Ges.-Abent. 3, 26, 197.Urstende 124, 66. Man darf nicht mit Fingern auf den Regenbogenzeigen. D. Mythol. S. 422. Nach Sonne, Mond und Sterne weiseman nicht mit den Fingern. Woeste Überlieferungen in derGrafschaft Mark. Isernlohe 1848, S. 57. Jung. Titurel si sintüf die vogel vingerzeigent. * Heutzutage gilt es wohl immerfür unanständig, ja man darf nach dem Volksglauben nicht aufdie Sterne deuten, weil man damit die Engel beleidigt. Dasholländische voorfinger, englische forefinger, das plattdeutschefingerling erklärt sich aus der Ansicht, die den Daumen alsGegensatz zu der übrigen Hand betrachtet und die demnachmit dem Zeiger anfängt: auch die Böhmen nennen ihn denvorderen, Henisch und Stieler den vordersten oder Vorderfinger.Wenn man etwas betheuern und geloben wollte, so streckteman ihn in die Höhe: Nachweisungen geben die Rechtsalter-thümer S. 141. Der im Zweikampf Besiegte und zur Erde Ge-