432 ÜBER DIE BEDEUTUNG DER DEUTSCHEN FINGERNAMEN.
Namen neben sich hat: ich füge hinzu dass bei ihm die sonstso ijeläufig'e Zusammensetzung mit Finder nicht üblich ist und
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befremdlich klingt, wie ja auch bei den Römern nur Caesarbell. Grall. [III] 13, 3 digitus pollex sagt, und umgekehrt pollex fürmanus und digiti vorkommt; vgl. Echtermeyer S. 1 — 5. In-dessen macht die altnordische und dänische Sprache Ausnahme,beide brauchen, gerade umgekehrt, nur thumalfingr, tommelfinger:der Grund liegt darin, dass sie damit den Daumen von dergrossen Zehe unterscheiden, die bei ihnen thumalta heisst. Weilaber im Deutschen die Zusammensetzung ungebräuchlich ist,so konnte Walther 95, 14 —16 von der alten Traumdeuterinsagen, sie habe ihm in ihrer Weisheit offenbart zwen und einerdaz sint dri: dannoch seit si mir da bi daz min düme einvinger si. Das Sprichwörtliche der Redensart wird durch eineStelle im Renner bestätigt, welche die Wortklauberei straft,8458—8464 und spricht ein armer sant si griez, und sprichthin wider griez si sant, der hat verlorn sä ze hant. sprichteiner vinger ist dume, des sache wirt verrihtet ldime: sprichtaber einer düme ist vinger, so wirt sin sache vil geringer. Nochsind die Beinamen zu betrachten. In dem altfriesischen Ge-setze der Rüstringer kommt zweimal (120, 1. 537, 4) halderevor, d. h. der das mit der Hand Erfasste fest hält, etwa wieder Dichter der Genesis sagt, der Daumen leiste den übrigenBeistand, die ohne ihn nichts halten könnten. Ich werde dazubei dem altfriesischen Namen des kleinen Fingers, slutere, derdas Gegenstück bildet, eine Bemerkung machen: hier will ichnur die Gelegenheit benutzen, um einen hübschen Ausspruchanzuführen, in welchem der Renner eine ganz andere Lehregibt, 20735 des menschen vinger sint gespalten, daz er sol gebenund niht behalten wider den, der im hat gegeben. Walther 19, 24und Berthold im Crane (Haupts Zeitschr. 1, S. 77) sagen,Königes Hände sollten dürkel sin. Konrad im trojan. Krieg18540 des fürsten und des küneges hant muoz offen zaller zitestän. Des anderen Beinamens, kaufleutfinger, gedenken nurHenisch und Stieler, ohne ihn zu erklären: wahrscheinlich be-zieht er sich auf das Geschäft des Daumens Geld, zu zählen,weshalb dieses sprichwörtlich Daumenkraut heisst; vgl. HenischS. 664.