398 GLOSSAE CASSELLANAE.
ist eine fehlerhafte lateinische Form, kam aber vielleicht inder Volkssprache vor: s. die Anmerkung zu tundi E 3;provenzalisch müsste sie tonde lauten, altfranzösisch tond.pedes bei Roquefort 2, p. 349. 350 piedz, der Sing. pie.E 3. Der Imperativ tundi (vielleicht auch tondi zu lesen)ist nicht lateinisch, provenzalisch müsste er tonde lauten, aberwir fanden in der vorigen Zeile auch tondit. Man darf eswohl als einen mundartlichen Übergang in die dritte romanischeConjugation betrachten; vergl. E 4 radi. meo ist die roma-nische Form von dem Possessiv, die Diez 2, S. 82 mieu ansetzt,ebenso Rayn. 4, p. 271: sie kommt nochmals E4 und 5 vor.452 capilli, im Sprachschatz 6, S. 525 fälschlich capillo eingetragen,28 kann nichts anderes sein als der Acc. Sing, und ist schon zuD 18 als romanische Form angesprochen. ordigas, fälschlichardigas bei Eccard und Graff im Sprachschatz 5, S. 584, ist einNom. PI. (siehe zu D 16), aus dem lateinischen articulus ent-standen; Ducange hat ortilli, Roquef. 2, p. 172 ortaus ortoileorteuil [S. Nachtrag S. 2]. E 4. uncla bei Rayn. 4, p. 373 onglaungla. E 5. radi meo parba fehlt im Sprachschatz 6, S. 526.Zu radi vergl. tundi E 3. barba bei Rayn. 2, p. 184. Merkens-wert!] dass die Sprache unseres Denkmals gerne p für b setzt,während Diez (1, S. 177—178) das Umgekehrte als Eigentüm-lichkeit des Romanischen anmerkt: ausser parba finden wirputel E 17. putelli E 18. perpici F 8. pragas G b 2. puticlaH2. stupaG a 7. trapesG a 19. capriuns G" 20. cuppa G b 20.campa H 9. gyppus H 11. membras, in den Sprachschatz 2,S. 189 nicht eingetragen, bei Rayn. 4, p. 187 membres; vergl.zu D 16. E 6. radices bei Rayn. 5, p. 29 raditz. pectus ist zulesen, nicht paectus, wie bei Eccard steht und im Sprachschatz 3,S. 275 beibehalten ist: bei Roquef. 3, p. 324 pect, bei Rayn. 4,p. 478 peich peit piech pit. Man könnte glauben, es sei pettuszu lesen, allein man vergleiche die Züge bei index E 12 undunctura F 8. E 7. Graff bezweifelt im Sprachschatz 2, S. 206das althochdeutsche lefsa, das ich im zwölften Jahrhundert in demheil. Ulrich des Albertus 429 finde, und nimmt lefsä als Pluralisvon dem Masc. lefs. Aber labia entscheidet noch nicht, da auchdas Fem. labia bei Apulejus vorkommt und bei Rayn. 3, p. 2. 3