Druckschrift 
3 (1883)
Seite
334
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334: ATHIS UND PKOPHILIAS.

von mir beabsichtigte Bekanntmachung würde sich noch lange verzögerthaben, da ich erst Untersuchungen über das Gedicht anstellen wollte;um so mehr freut es mich, dafs ich in den Brief an Ihren Hrn Bruderdie Nachricht über die Blätter, die mir erst vor etwa einem Monat zuGesichte kamen, einfliefsen liefs und ihre Herausgabe nun in die bestenHände gelangt. Bei Empfang Ihres freundlichen Briefes hatte ichdie Blätter bereits an ihren Besitzer, den hiesigen Geheimenrath Prof.Dr Nebel zurückgegeben. Meine Abschrift nebst einem mittelst Durch-zeichnung gemachten Facsimile stand natürlich Ihnen ganz zur Ver-fügung. Sie wünschten aber zur Vergleichung mit den im BerlinerArchiv befindlichen Blättern die hiesigen selbst. Ich wandte mich anden Hrn Geheimerath und stellte ihm die Bitte, ob er mir die Blätternochmals anvertrauen wolle, dafs ich sie Ihnen zu Ihren Zwecken nachBerlin schicken dürfe. Er gewährte meine Bitte freundlichst und fügte(was bei Nebel, der manches Alte aus grofser Liebhaberei daran ge-sammelt hat und davon schwerlich etwas verschenkt haben mag, vielsagen will) hinzu, es mache ihm Vergnügen, | wenn Sie die beidenPergamentblätter von ihm zum Andenken annehmen wollten. Er, einheiterer freundlicher Greis, erinnert sich, Sie einst hier im BuschischenGarten und später einmal in Cassel, als er mit Landau über die Strafsegieng, gesehen zu haben und achtet Sie sehr hoch.

Die beiden Blätter kamen vor etwa 35 Jahren in Nebels Besitzund stammen aus Westphalen. Dort schrieb damals Nebel auchvon mehreren Blättern, die ihm zu Gesichte kamen, die drei flüchtigab, die er nur in Abschrift besitzt; es sind Graffs zweites und viertesBlatt, sowie ein drittes, das Graff nicht hat, ob Lacomblet, weifs ichnicht, da ich diesen bis jetzt nicht zur Hand habe. Meine hier an-gelegte Abschrift ist der Nebel'schen entnommen. Sie werden für denAbdruck darin zu bessern haben; Nebel selbst ist durch die Eile zuentschuldigen, mit der er Abschrift nehmen konnte. Wo aber das Ori-ginal, das damals bei den andern Blättern war, die Graff bekanntgemacht hat, hingekommen, ist Nebel unbekannt; er hat die damalsvon ihm abgeschriebenen Blätter nie wieder gesehen noch ihr Schick-sal erfahren. Es ist mir leid, in Betreff des Originals dieses drittenBlattes demnach Ihren Wunsch nicht erfüllen zu können, so gern ichihn auch erfüllen wollte. Wie viel Blätter noch vorhanden waren, dieNebel im Drange der Zeit nicht mehr abschreiben konnte, erinnert ersich nach der langen Zeit nicht mehr.

Dafs die bei Graff ungenau gedruckten Bruchstücke (ich habe mirin ihnen mehreres nach der Schrift der beiden Blätter gebessert) vonzwei Abschreibern herrühren, vermuthete ich und theilte es Nebel [ mit,als ich ihm die Blätter zurückgab. Es hat mich sehr gefreut, meineVermuthung aus Ihrem Briefe bestätigt zu finden. Ich schied Graffs