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3 (1883)
Seite
268
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268 ATHIS UND PROPHILIAS.

Verknüpfung begründen durch die Rache, die er für die ge-raubte Gayete nehmen will: aber nur scheinbar gibt er diesenGrund an, denn er überlässt sich sogleich der Neigung zu einerSchwester des Athis, von der früher auch nichts gesagt ist unddie sich billig des Bruders in seinem Elend hätte annehmensollen. Wenn Cardiones, ihrer leidenschaftlichen Liebe zu Pro-philias uneingedenk, volle Neigung dem Pyrithous zuwendetund bei der Nachricht von seinem Tod aus Schmerz stirbt, sowird das Bild, das man sich von ihrer Treue gemacht hat, zer-stört; und ebensowenig angemessen ist es, wenn der über denTod der Cardiones noch ganz untröstliche Prophilias durch dieHand der Schwester des Pyrithous alsbald entschädigt wird.Auch sonst hat dieser zweite Theil die äussere Färbung derRitterromane. Cardiones und Gayete schenken nicht dem Ge-mahl, sondern den daneben erwählten Rittern als Liebeszeicheneinen goldenen Ring, den diese an dem Sper befestigenwollen (*vgl. Über Schenken S. 21 f. [J. Gr. Kl. Sehr. Bd II]»),ohne Zweifel weil sie glauben, dadurch im Kampf geschützt zuwerden (* Lichtenstein 186, 25 an sinem sper ein risen guot erfuort.*) So erhält bei Herbort (9509 — 9522. 9881—9882.9929—9930) Diomedes von der rechten Hand der Briseis einenErmel, den er als Fahne an seinen Schaft bindet: Gawan (Par-zival 375, 13—23. 390,20) von der Clauditte gleicherweiseden rechten Ermel * der Obilot * (* Über Schenken S. 18*),den er an seinem Schild befestigt, und Lavinie wünscht (Äneide393 12034—[12040), dass] Äneas den ihrigen an seinem Arm trage,49 dann werde er den Kampf ungefährdet bestehen 1 ).

') «Vgl. über Diphthonge nach weggefallenen Consonanten S. 5. 6 * [= J. Gr.Kl. Sehr. Bd III]. Ein solcher Ermel heisst stüehe Masc. und Fem., • JudithVorau. Hd. 123, 12. * Herbort 9509. 9930. Erek 4507. Gudrun 5544 (1385, 4).Lichtenstein 263, 16. 287, 3. Heinrichs Krone 95 a . 96°. Trojan. Krieg Strassb.Handschr. Bl. 173 b . Neidhart S. 21, 4 Ben. * Ms. Hag. 3, 240 b . 193". * Ortnit Ettm.V,119. Rosengarten Dresd. Handschr. 64, 20. HadlaubMs.2, 192". Hugs MartinaKl. 132 b . *Stüche auch Kopftuch Schmeller 3 S. 606. Göli Ms. 2, 58" Ringe-wiffel bi der stüchen frouwen Elfen fuorte. Apollon. 19955. 20258. 20313.20353. die gehven stüchen Grieshaber Pred. 2, 69.» Der niederdeutschet)Ausdruck ist mouwe möwe, der in der Äneide und im Lanzelet 4433. 6305

■j-) [Jacob Grimm setzt dazu ein Fragezeichen.]