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3 (1883)
Seite
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258 ATHIS UND PROPHILIAS.

Liebe zu reden aus Furcht, Athis möge seine Frau nennen.Athis gesteht zwar, dass er liebe, wagt aber nicht, den Namenseiner Geliebten auszusprechen, bis er endlich nach weiteremDrängen offenbart, dass es Gayete sei, für die er glühe. Pro-philias umarmt ihn, sichert ihm seine Schwester zu und verlässtihn, um sein Versprechen in Ausführung zu bringen. Athis,im Vorgefühl seines Glücks, fasst neuen Muth. Prophilias weissseine Schwester zum Geständnis ihrer Liebe zu bewegen undverspricht ihr Vereinigung mit seinem Freunde. Auch Salustine,die Mutter, gibt ihre Einwilligung.

8. Während die ganze Familie in einem Garten versammeltist, erscheint ein Bote des Königs Bilas von Sicilien und er-sucht den Evas und Prophilias, zu seinem Herrn sich zu be-geben, weil er als zukünftiger Gemahl der Gayete zugleich mitihnen seinen Einzug in Rom halten wolle. Die Liebenden ge-rathen bei dieser Nachricht in Verzweiflung. Prophilias gehtmit Schwester und Mutter zu Evas und macht ihm die drin-gendsten Vorstellungen: dieser aber will sein gegebenes Wortnicht brechen, und nichts vermag den Greis von dieser Ansichtabzubringen. Prophilias zeigt sich entschlossen, gegen Bilaseinen Kampf zu beginnen und, wenn er auf der Verbindungmit Gayete bestehe, ihn auf das Feindlichste zu behandeln.Evas will dem Könige eröffnen, dass Gayete, von Liebe zueinem Anderen bereits erfüllt, in der Verbindung mit ihm un-glücklich sein werde. Er macht sich auf und gelangt zu demZelt des Bilas, dessen Pracht umständlich beschrieben wird:man sieht darin gewürkte Bilder, welche das Urtheil des Paris,die Belagerung von Troja, die Gründung Roms, Eteocles undPolynices, Salomon und Absalon, endlich die zwölf Monate, dievier Jahrszeiten, die zwölf Zeichen und die Planeten darstellen.Evas wird ehrenvoll empfangen. Bilas fragt nach Prophilias,er werde später sich zeigen, erwidert der Vater. Evas lädt denKönig ein, nach Rom zu kommen, aber Bilas weigert sich unterdem Vorwand, dass seine Leute die römische Sprache nichtverständen, und bittet ihm die Jungfrau zuzuführen, damit dieVermählung gefeiert werde. Evas beräth sich mit seinen Se-natoren und den zwölf Pairs von Rom, wie man den Antrag