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3 (1883)
Seite
253
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ATHIS UND PROPHILIAS. 253

von Bernay, das die Mutter des heil. Martin, Helene, besingt,wieder aufgefunden ist und Sprache und Darstellung in beidensich vergleichen lässt. Erst im Renart Contrefait, der in dieMitte des vierzehnten Jahrhunderts gehört, kommt eine Be-ziehung auf Athis vor, wie sich aus einer Äusserung Meons(Le roman du Renart 1, p. XII) ergibt*).

Über das Zeitalter Alexanders von Bernay, von dessen 380Leben man auch sonst nichts weiss, fällt es schwer, etwas Be- 36stimmtes zu sagen. Jene Handschrift in der Bibliothek vonDufay soll eine Sammlung von Gedichten des zwölften Jahr-hunderts enthalten haben: könnte man sich auf die Richtigkeitdieser Angabe verlassen, so würde sie die Vermuthung begrün-den, dass auch der Dichter des Athis damals gelebt habe, wo-gegen an sich nichts einzuwenden ist: mit Sicherheit dürfte manschliessen, wenn die Handschrift selbst in jene Zeit gehörte,aber davon ist nichts gesagt. Die Handschrift 6987 setzt PaulinParis in das dreizehnte Jahrhundert, 7191 in das Ende des-selben; nach Michelants Meinung (wie mir Dr Franz Pfeiffermittheilt) ist auch jene nicht älter. Hat Alexander von Bernaywirklich an dem Gedicht Lamberts li Cors gearbeitet, so würdees etwa in dem letzten Viertel des zwölften Jahrhunderts ge-schehen sein, da die völlige Vollendung dieses Werkes vonGinguene und Rocpiefort (De la poesie francoise p. 158) kurzvor das Jahr 1184 gesetzt wird.

VIII.

Ich benutze Ginguenes Auszug zu einer Übersicht des In-halts, die ich, bequemerer Benutzung wegen, in einzelne Ab-schnitte, wie sie sich am natürlichsten ergeben, zertheile.

1. Nach Rom (die Geschichte von der Gründung der Stadtdient als Einleitung) pflegten junge Athener zu kommen, um

l ) Bekanntlich ist der Kenart Contrefait noch nicht gedruckt: die aus-führlichste Nachweisung darüber gibt M. A. Rothe Les romans du Renard(Paris 1845) p. 459 514, aber jene Beziehung ist darin nicht angemerkt.Durch blosses Missverständnis von Meons Angabe wird in den Jahrbüchernder berlinischen Gesellschaft für deutsche Sprache 2, S. 93 gesagt, das Gedichtvon Athis stehe handschriftlich vor dem Renart Contrefait.