ATHIS UND PROPHILIAS. 251
siecles p. 117—118). Von Ginguene ist beachtet, was Fauchet(Recueil de Forigine de la langue et poesie francoise Paris 1581.p. 83) und Le Grand d'Aussy (Notices et extraits des manu- :t78scrits 5, p. 101 — 131) beigebracht hatten. Zuletzt noch hat Paulin 3iParis (Les manuscrits francois de la bibliotheque du roi 3, p. 194—195) und Francisque Michel (Chroniques anglo-normandes 3,p. IX) die zweite Handschrift besprochen: die erste begnügt sichjener (6, p. 221) nur anzuführen. Da das französische Gedicht über18500 Zeilen enthält, so ist von dem deutschen, das doch allerWahrscheinlichkeit nach \ollendet war, nur ein geringer Theilvorhanden. Übrigens macht Ginguene einen unbegreiflichenFehler, wenn er die zweite Handschrift an einer anderen Stelleund als ein ganz verschiedenes Werk aufführt; der Titel »lisiege d'Athaines« mag ihn dazu verleitet haben, der allerdingsnicht für die eine, sehr gut aber für die andere Hälfte des Ge-dichtes passt. Schon die Übereinstimmung der an zwei ver-schiedenen Orten (p. 124 und 179, p. 125 und 193) von ihmselbst mitgetheilten Anfangs- und Schlusszeilen hätte ihm seinenIrrthum klar machen müssen. Ginguene gedenkt (p. 123 —124)noch einer dritten Handschrift, die sich in der Bibliothek vonDufay befand und die verloren sein muss, weil er Stellen dar-aus bei Ducange aufgesucht hat 1 ).
In den beiden bekannten Handschriften nennt sich derDichter ohne nähere Bezeichnung »Alexander«: die verlorenehatte die Überschrift »Roman d'Athys et de Parfilias ou Pro-philias rime par Alexandre de Bernay«. Das ist der Grund,weshalb die französischen Gelehrten diesen Alexander von Bernay(de Bertain, de Berri findet sich auch in den Handschriften,wie mir Hr Michelant schreibt) oder, wie er auch hiess,Alexander von Paris, für den Verfasser halten; nur Ginguene,
1 ).Grässe irrt, wenn er (Sagenkreisse S. 129) behauptet, der französischeDichter Peros de Nesle habe im vierzehnten Jahrhundert einen Auszug vonAthis in Versen gemacht. Michel Chroniques anglo-normandes 3, p. IX sollAnfang und Ende von diesem Auszug mittheilen, wo aber nur von unseremAthis nach der Handschrift 6987 die Rede ist. Es sind andere Gedichte, vonwelchen jener Peros de Nesle oder Perros de Neele solche Auszüge in Reimengeliefert hat und welche Michel 3, p. XIX — XXXII anführt; genauere Nach-richten findet man bei Paulin Paris 3, p. 188—225.