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3 (1883)
Seite
249
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ATHIS UND PROPHILIAS. 249

Crestien von Troies p. 259. * Im Grafen Rudolf 23, 45 ist siegeschickt benutzt: am Ende des zwölften Jahrhunderts war sieschon einheimisch geworden, das zeigt die Klage (1888) undDietleib. »Nibel. 1127,2.» Im Iwein 26-29, begünstigt sie Hart*-manns Neigung, Eigennamen gelegentlich beizubringen: auch3183 3185 ist sie nicht zu tadeln. Otto gebraucht sie imEraclius massiger als unser Dichter, Wolfram nicht oft, abermit richtigem Takt (*Wolfr. Wilh. 315, 2-5. Freidank 46, 13-16.74, 811. Gute Frau 662663*): noch seltener erscheint siebei Gottfried von Strassburg, Ulrich von Zezinghofen, Rudolfvon Ems und Konrad von Würzburg.

Ich habe den Dichter des Athis der Sprache wegen mitHerbort, der Kunst wegen mit Otto zusammengestellt, wiewohlich bei diesem mehr Gewandtheit im Ausdruck und wenigerSchwung der Gedanken finde 1 ): kann uns vielleicht diese Zu-sammenstellung auf eine nähere Bestimmung ihrer Zeit leiten?Herbort dichtete, wie wir wissen, auf Geheiss des LandgrafenHermanns von Thüringen, muss also während dessen Regierungin den Jahren 11901216 seine Aufgabe vollbracht haben. ImEraclius wird umständlich erzählt (16791685), wie die Briefedes Kaisers Focas zusammengefaltet, beschnitten und mit Wachsversiegelt werden: diese Stelle kommt in dem französischen Ge- 377dicht nicht vor, und man könnte vermuthen, es sei hier Veldekes 33Aneide (11120, vgl. 10643) nachgeahmt; indessen findet sichbei Gautier anderwärts (4361) etwas der Art. Ebenso brauchtdas Schimpfwort übel hüt (Eraclius 2471. 3983) nicht aus derAneide (12819) entlehnt zu sein: es steht auch in HartmannsErek (6523) und bei Neidhart (MSHag. 3, S. 217 b ) verschamtiuhüt. «Renner 4154. 4157. 12168 boesiu hüt.« Dass im Erekwie im Athis ein eigenthümlicher und sonsther nicht bekannterAusdruck, der Eren holde (vgl. zu C 72), vorkommt, ist ge-wiss merkenswerth, kann aber allein noch nicht ein Abborgen

') Wie aber der Herausgeber des Eraclius (Seite 555. 621. 624) zwischendiesem Gedicht und dem ziemlich ungelenken, ohne Zweifel älteren ReinhartFuchs des Glichesers, zumal bei so ganz verschiedenem Inhalt, »eine innigeVerwandtschaft« hat entdecken können, begreife ich nicht; sie sind Geist,Sprache und Darstellung nach völlig verschieden.