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3 (1883)
Seite
222
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222 . ATHIS UND PEOPHILIAS.

Osterreich einheimischen Dichtern beider Jahrhunderte suchen.Genannt sei nur, ausser den vorhin angeführten älteren Lieder-dichtern, das Lied an die Jungfrau Maria (W. WackernagelsLesebuch 1, S. 195198), Crescentia, Wernher von Tegernsee,Heinrich vom gemeinen Leben, Albers Tundalus, das Anegenge,das Pfaffenleben, der heilige Ulrich von Albertus, Gottfried vonStrassburg, Walther von der Vogelweide, Freidank, Lichten-stein, Stricker, Bruder Wernher, Reimar von Zweter, Heinze-lein von Constanz. Etwas anders zu beurtheilen sind besondere,durch zufällige Umstände herbeigeführte Einwirkungen, wie beiWolframs Aufenthalt in Thüringen einzelnes in seine Spracheübergegangen sein mag; manches Befremdende bei dem SchweizerUlrich von Zezinghofen (vielleicht auch einiges bei Hartmann)muss man auf diesem Wege erklären: er wird längere Zeit indem mittleren Deutschland gelebt haben.

Wie in den Sprachformen, so äussert sich auch in demGebrauch einzelner Wörter, ganzer Redensarten und bildlicherAusdrücke der Zusammenhang des Mitteldeutschen mit demNiederdeutschen. Eine genaue Untersuchung dieses Verhält-nisses wird auch auf Konrad von Würzburg Rücksicht nehmenmüssen, der die Sprache seiner Heimath keineswegs verleugnet,während sein Aufenthalt in anderen Gegenden ihn veranlasste,sich zugleich den Oberdeutschen anzuschliessen. Von dem, wasunser Gedicht Eigentümliches zeigt, will ich hernach eineÜbersicht geben, bei Herbort hat es Prommann in den An-merkungen hervorgehoben.

In den Reimen macht sich die mindere Schwere der Vo-cale geltend 1 ), und umgekehrt wird der tonlose, selbst das stummee gewichtiger und widerstrebt den Kürzungen, welche sichOberdeutsche unbedenklich erlauben; es ist schon beobachtet(Grammatik l 3 , S. 251), dass Witzlav und thüringische Dichter 2 )zweisilbige Wörter mit kurzem Wurzelvocal zu klingendemReim verwenden. Will man dennoch, was im Eraclius viel

1 ) *Veldeke reimt tobt: hobt (houbet) MSHag. 1, S. 38. * .

2 ) « Auch Fleck und Heinrich vom Türlein, Sommer zu Flore 43.»