Druckschrift 
3 (1883)
Seite
218
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218 ATHIS UND PROPHILIAS.

Handschrift und ein Auszug aus Freidank (s. Vorrede S. 13)zu nennen; was sonst übertragen ward, das Marienleben vonBruder Philipp, die kurzen Erzählungen in Eschenburgs Denk-352 malern, wozu noch der Sperber (Mones Quellen 1, S. 133) und8 Cato (Haupts Zeitschrift 1, S. 538545) können gezählt werden,gehört nicht einmal in die gute, geschweige in die klassischeZeit der hochdeutschen Kunst. Das gilt auch von den Gedichten,die das Leben Christi beschreiben und in Hagens und BüschingsGrundriss S. 276278 verzeichnet sind. Auffallend, dass sichin Niederdeutschland, der Heimath der Siegfriedssage, bis jetztkeine Spur einer zu dem Volksepos gehörigen Dichtung gezeigthat, weder einer eigenen noch einer älteren, aus dem Hoch-deutschen übertragenen, da doch zu der Zeit, in welcher dieVilkinasaga entstand, die Überlieferung noch in dem Volk lebte:denn in Sachsen und Westfalen, namentlich in Bremen undMünster, hatte sich die Quelle dieser Sammlung gefunden(Heldensage S. 175. 176). Bereits im dreizehnten Jahrhundertübersetzte man das Nibelunscelied in den Niederlanden: eineeinheimische Darstellung war also auch dort nicht vorhanden,oder, wie Lachmann zur Klage S. 291 schliesst, nur sehrverkümmert. Von einer niederländischen*) und, wie esscheint, eigenthümlichen Bearbeitung des Rosengartens ist eben(Haupts Zeitschrift 5, S. 369. 370) ein Bruchstück entdecktworden, das kein Urtheil zulässt. Die plattdeutsche Über-setzung 1 ) von Sigenot, dem hörnernen Siegfried und Lauringehören in die spätere Zeit, die hier nicht in Betracht kommt.Heinrich von Morungen, wenn er, wie man doch annehmenmuss, wirklich in Niedersachsen zu Hause war, und Witzlav von

*) [Jacob setzt hierzu ein Fragezeichen.]

x ) Sie ist nur aas einem Druck von »Jochim Low« ohne Angabe des Jahrsund dieser Druck nur in einem einzigen, der Kirchenbibliothek zu Celle zuge-hörigen Exemplar bekannt, das gegenwärtig verschwunden sein soll. Ich habeden Octavband selbst einmal in Händen gehabt und Lesarten daraus ange-merkt. Die erste Nachricht davon gab Spangenberg in der Allgemeinen Litteratur-zeitung 1827, No. 91: hernach Heinr. Hoffmann in dem Anzeiger von Aufsess1833, S. 14. « Im Jahr 1847/48 hat K. Gödeke das Buch in Händen gehabtund vollständige Abschrift nehmen lassen. Als nachher Kosegarten in Greifs-walde das Buch in Cello verlangte, war es nicht zu finden. So schreibt Gödekeam IG. Sept. 1851. *