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3 (1883)
Seite
216
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216 ATHIS UND PEOPHILIAS.

von Eist? Warum nicht bei den Dichtern, welchen die Gunstder Fürsten am reichlichsten zuströmte, und zwar, alg die Poesiein der höchsten Blüthe stand, in dem ersten Viertel des drei-zehnten Jahrhunderts, bei Hartmann, Wolfram, Gottfried, Waltherund Freidank? Warum nicht bei den fürstlichen Dichtern, KaiserHeinrich an der Spitze, denen sie vor allen gerecht sein musste?Es muss sich eine natürliche Auflösung des Räthsels finden.

War das Übergewicht des Hochdeutschen jemals zweifel-haft, was in früherer Zeit selbst der Umstand nicht wahrschein-lich macht, dass Heljand an dichterischem Gehalt über Otfriedsteht, so war es doch in dem zwölften Jahrhundert, als die aufbewusste und erlernte Kunst gegründete, dem Volksepos sichgegenüberstellende Poesie zuerst die Flügel regte, längst ent-schieden. Die niederdeutsche Sprache, von dem stärkeren Stammüberwachsen, blieb zurück, und wer lebendigen Trieb zur Kunstempfand, musste in der hochdeutschen sein Vorbild suchen.Wir sehen, dass Reinbot, ein Baier 1 ), in der Mitte des dreizehntenJahrhunderts ihr Gebiet auch über Niederdeutschland ausdehnt 3 ):er wünscht (Georg 60), dass sein Gedicht wie von Metz bisPressburg, so von Tirol bis Bremen sich verbreiten möge 3 ). Nuram Niederrhein hielt man die heimathliche, ihrer Grundlagenach niederdeutsche, aber mit der hochdeutschen stark versetzteSprache auch in der Dichtung fest, die übrigens in Auffassungund Darstellung wie in der Verskunst ziemlich denselben Wegeinschlug. Dort entstand das Annolied, die ältere Bearbeitung desHerzog Ernst 4 ) (schon aus den Bruchstücken geht mit Sicher-heit hervor, dass Heinrich von Veldeke nicht der Verfasser seinkann), 5 ) Rother, Rennewart (Bruchstücke daraus in Karl Roths351 Denkmälern S. 7996), Karlmeinet, Tundalus und eine mit den7 beiden letztgenannten von Lachmann herausgegebene Erzählung,Unser Frauen Klage (Haupts Zeitschrift 1, S. 3438), Marien-

J ) * S. Wackernagels Litt. - Gesch. S. 109. *

2 ) » Anspielungen auf Plattdeutsch im Österreichischen Helmbrecht 717.745748. 764768.*

3 ) *Hugs Renner geht durch Schwaben, Thüringen, Baiern, Franken,von Westfalen ist nichts gesagt. *

4 ) * Haupts Zeitschr. 7, S. 256. »

5 ) * Wernher vom Niederrliein. *