Druckschrift 
3 (1883)
Seite
214
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214 ATHIS UND PROPHILIAS.

scheinlich die einzelnen Buchstaben erst späterhin zugefügt, alsihm die Handschrift nicht mehr vorlag: denn es findet sich darinunter den wiederholten Buchstaben kein ch, was er mehrmalssetzt, nur ein h; ebenso nimmt er (F 131. 132) ein ft an, wonur ein t steht, ja er hat den Buchstaben öfter (F 69. 75. 100.101. 110112. 141. 142. 155. 156) vorgebracht, wo er in derHandschrift fehlt, weil diese Zeilen so weit hinaus laufen, dasssie den ganzen Raum füllen und nur für den Punkt Platz war.349 Es bedarf keiner Entschuldigung, wenn ich die durch einen

5 Zufall erhaltenen, nicht unbeträchtlichen Bruchstücke eines Ge-dichtes, das der Blüthezeit der alten Poesie angehört, in ihrerrichtigen Folge aufstelle, den Text kritisch behandele und denInhalt durch Untersuchungen, so weit es möglich ist, zu er-läutern suche. Ich lege natürlich bei den in der Diutiska be-kannt gemachten vier Blättern die hiesige Handschrift zu Grundund gebrauche bei den zwei übrigen Lacomblets Abdruck.

A

bei Graff Blatt

3

Seite

12 .

. 17.

B

_

1

-

2 .

. 7.

C

- Lacomblet

2

-

22 .

. 27.

D

- GrafF -

2

-

7 .

. 12.

E

- Lacomblet

1

-

17 .

.22.

F

- Graff -

4

_

17 .

.22.

IL

Die Sprache der Bruchstücke ist ihrer Grundlage nachhochdeutsch, aber es erscheint darin zugleich eine beträchtlicheMenge niederdeutscher Wörter und Formen, von welchen nochbesonders die Pede sein wird. Eine solche, schon in demHildebrandslied des achten Jahrhunderts sichtbare Einmischunghat man in einer beträchtlichen Anzahl von Gedichten deszwölften Jahrhunderts 1 ) längst bemerkt: sie kann jedoch als eine

') » Leich auf die Versöhnung Ottos I mit seinem Bruder Heinrich, nach962 gedichtet, Wackero. Gesch. der Lit. S. 71. Auch in der Abrenuntiatio undden Erfurter Glossen, wo Dieterich (Haupts Zeitschrift 2, S. 117) unnöthigaltsächsische Einmischung annimmt. Wiesbader Glossen am Mittelrhein. Otfriedmag am nördlichen Rande des Elsasses geboren sein, da wo die strengerenLaute des oberdeutschen Sprachstammes theilweis schon der Milde des nieder-deutschen weichen und bereits jene melodische Mischung beider anhebt, die