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3 (1883)
Seite
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188 DI E SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTUSBILDER.

Cölner Meister, und es ist möglich, dass ihm eine bildlicheDarstellung vorschwebte, doch wahrscheinlich ist es mir nicht;eher mochte bei ihm, der sich der Verehrung der JungfrauMaria enthält (goldene Schmiede XXII), eine abweichendereligiöse Ansicht, die das Menschliche an Christus hervorhob,auch hier einwirken. Walther dagegen, der (37, 68. 28) vonder Greiselung spricht, von den Martern am Kreuz, den dreiNägeln und dem Speer des Longinus, nennt die Dornenkronenicht. Ich habe sie zuerst gefunden auf einem Gemälde ausder Schule von Pisa (Rosini Taf. 5), wo der Gekreuzigte sieträgt und zugleich Blutstropfen auf sein Antlitz herabfallen.Dies Bild wird nur ganz allgemein in das dreizehnte Jahrhundertgesetzt: eine genauere Zeitbestimmung wäre erwünscht. Sieist erst möglich bei dem Siegel des Wildgrafen Friedrich,Heermeisters der Provinz Deutschland im Tempelorden (abge-bildet bei Munter Taf. 5, No. 14, vgl. 2, S. 25), der am Schlüsse165 des dreizehnten Jahrhunderts lebte. Auf diesem Siegel befindetsich das typische Bildnis mit der Dornenkrone, die jedoch aufzwei anderen Siegeln der Heermeister, wovon das eine dem-selben Wildgrafen zugehört, wiederum fehlt*). In das vierzehnteJahrhundert fällt wohl noch das vorhin erwähnte Gemälde vonTaddeo di Bartolo, wo der Heiland am Kreuz eine fast nurangedeutete Dornenkrone trägt. Aus dem Anfang des fünf-zehnten Jahrhunderts habe ich jenes Gebetbuch vom Jahr 1415(oben S. 140) anzuführen, wo in zahlreichen, die Leidensge-schichte darstellenden Miniaturgemälden Christus bei der Gei-selung (Bl. 25 vw.), der Kreuztragung (Bl. 27 rw.), an demKreuze hängend (Bl. 30 rw.), aus dem Grab erstehend (Bl. 39 rw.),selbst als er zu Gericht sitzt (Bl. 18 rw.), mit einer grünenDornenkrone abgebildet ist, von der blutige Tropfen auf dasAntlitz, das überall den Typus deutlich zeigt, herabrinnen.Bei Fiesole hat nur der todte Christus am Kreuz eine voneinem einzigen Dornenzweig gebildete, dünne Krone auf demHaupt: bei der Grablegung liegt sie mit den drei Nägeln auf

') Dass diese Siegel alten, im Morgenlande geschnittenen Steinen nach-gebildet seien, ist eine Vermuthung Münters, die mir durch nichts begründetscheint.