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3 (1883)
Seite
186
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186 DIE SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTUSBILDER.

kennbar ist der überlieferte Typus in zwei kleinen byzantinischenBildern des Berliner Museums. Das eine (III, No. 15) stelltden auf dem Thron sitzenden Heiland mit der Kaiserkrone aufdem Haupt dar, das andere (III, No. 18) den aus dem Graberstandenen. Die Farbe der Haupthaare ist bei diesem licht-163 braun, bei jenem stark röthlich, der Bart beide Mal kurz. Aufeinem Bilde des Griechen Apollonius in der Capelle des hl.Matthäus des Campo Santo zu Pisa vom Jahr 1200 (ich kennees aus den schönen Durchzeichnungen altitalienischer Bilder inder Sammlung zu Monbijou) erscheint der todte Christus indem herben Stil der Mosaiken. Zuerst in einem Gemälde vonGiunta aus Pisa (Rosini Taf. 3), der im Anfang des dreizehntenJahrhunderts lebte (Rosini 1, p. 82. 103), ist ein menschlicherSchmerz in den sonst mit dem Typus übereinstimmenden Zügenausgedrückt. In einem Gemälde von Cimabue (f 1300) zuAssisi ist der Ausdruck des in dem Grabe liegenden Christuswieder streng und hart. Dagegen Cimabues Schüler Giotto(f 1336) hat in dem Abendmahl den Typus schon sichtbar ver-edelt. Auch in einigen Bildern dieser Zeit, die der Schule zuSiena angehören (Berliner Museum No. 54. 56. 61), in anderen,die dem Allegretto da Fabriano (III, No. 46) und Lippo Memmi(III, No. 57) beigelegt werden, wie in einem aus der floren-tinischen Schule stammenden Gemälde vom Jahr 1400 (No. 32),begegnen wir dem sanften milden Antlitz. Entschieden istdiese Richtung bei Fiesole (f 1455), wo Tiefe des Gemüths undinnere Belebung den Geist Raphaels ankündigen. Wenn erden Heiland bei der Geiselung, Kreuztragung selbst am Kreuzehängend darstellt, so ist kein menschliches, sondern ein über-irdisches und erhabenes Leiden sichtbar.

Auch auf Gottvater ward der Typus angewendet. Zweigleichzeitige nahverwandte Gemälde in dem Berliner Museum(III, No. 44. 58), wovon das letztere dem Taddeo di Bartolo(f 1410) zugeschrieben wird, enthalten eine auch anderwärts(z. B. auf einem Pergamentgemälde zu Pisa bei Rosini Taf. 10,auf einem Gemälde Albrecht Dürers zu Wien und nicht seltenauf alten Holzschnitten) vorkommende Darstellung der Drei-einigkeit, Gottvater hält den gekreuzigten Sohn, über dem eine