Druckschrift 
3 (1883)
Seite
181
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DIE SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTUSBILDER. 181

Am häufigsten erblickt man darauf den Kopf, doch kommtauch Christus in ganzer Gestalt, stehend oder auf dem Thronsitzend, vor. Die Münzen von Erz sind äusserst roh gearbeitet,etwas besser die von Gold. Die Abbildungen bei Bandori(2, p. 738) geben nicht das Eigentümliche wieder. Zahlreicher,auch treuer findet man sie in dem neueren Werk von Saulcy(Classification des suites monetaires byzantines. Metz 1836). Ichbemerke nur die Goldmünzen von Justinianus Rhinotmetus(685695) und von ihm und seinem Sohn Tiberius (705712)Taf. XII. 3. 9: Romanus (920931) Taf. XXI, 4: ConstantinusPorphyrog. (945959) Taf. XX, 4. XXI, 1: Johannes Zimisces(969 975) Taf. XXII, 2: Nicephorus Phocas (963 969)Taf. XXI, 8: Basilius Porphyrog. und Constantinus (9751025)Taf. XXIII, 4. 5: Theodora O054 1056) Taf. XXIV, 1.Münzen der lateinischen Kaiser findet man Taf. XXX. XXXI.Ich habe die Abbildungen mit den Münzen selbst in der ausge-zeichneten Sammlung des Berliner Museums vergleichen können:sie sind richtig, aber sie vergröbern etwas die Umrisse. DieseMünzen, wie sie mit den Mosaikbildern gleichzeitig sind, sozeigen sie auch den Typus in ganz gleicher Auffassung. Auchhier ist er mehr oder minder hart, der Bart bald kurz und 159rund, bald länglich und zugespitzt und auch in diesem Fallnicht immer gespalten. Überall die auffallende Länge der Nase,das zur Seite herabfallende Haar, der Heiligenschein, durch diedrei Enden des Kreuzes getheilt. Mit besonderer Aufmerk-samkeit habe ich vier Goldmünzen von Constantinus Porphyro-genneta betrachtet, weil man bei ihm mit Sicherheit das Ab-garusbild voraussetzen kann. Alle vier enthalten nur den Kopf:einmal ist der Typus mit einiger Weichheit und Milde dar-gestellt; der Bart ist kurz und nicht gespalten.

Den Mosaiken und Münzen entsprechend erscheinen auchdie Christusbilder in den Miniaturmalereien der ältesten Hand-schriften, so weit ich zu dieser für die Kunstgeschichte sowichtigen, aber noch wenig zugänglichen Quelle habe gelangenkönnen. Bei d'Agincourt habe ich nichts Hierhergehörigesgefunden. Was von dem überaus kostbaren Werke des GrafenBastard (peintures et ornemens des manuscrits), das sorgfältigausgemalte Nachbildungen liefert, bereits erschienen ist, kenne