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3 (1883)
Seite
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DIE SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTUSBILDER. ]71

zeiten, bewirkt wurden. Ich übergehe auch andere, zwischenden angeführten liegende oder noch spätere Zeugnisse, die manbei Gretser findet und die nicht mehr gewähren; sie würdensich wohl durch syrische seitdem entdeckte Nachrichten ver-mehren lassen.

Constantin gedenkt aber auch eines Abdrucks, den dasspäterhin zu Edessa vermauerte Urbild abermals auf einemZiegel zurückliess, der zu seiner Zeit dort noch vorhanden war. 150Damit hört die Vervielfältigung nicht auf. Constantin erzähltferner von einer künstlichen Nachahmung, womit Edessa denpersischen König Chosroes teuschte, der das Urbild zur Heilungseiner besessenen Tochter verlangte. Constantin glaubt dassein zweites, das vorhanden war, auf ähnliche Weise entstandensei, und bemerkt dass die Römer (Griechen) sich alle dreihätten ausliefern lassen, um das rechte herauszunehmen. Über-haupt gab es mehrere Erzählungen von der Art, wie dieGriechen zu dem Besitz des Bildes gelangten, die ReiskeS. 52. 53 zusammenstellt. Als das Urbild sich zu Constantinopelbefand, ward der weitere Abdruck fortgesetzt. Gretser (cap. 6)bringt wenigstens ein Zeugnis bei, wonach unter Constantin, aufdie Bitte eines heiligen Mannes, eine gleich grosse Leinewandüber das Urbild gelegt ward, auf welcher das Bildnis Christiin grösster Vollkommenheit erschien, freilich nur für diesenallein sichtbar.

Das Bild des Abgarus muss, wenigstens in Nachahmungen,nach Rom gekommen sein. Joh. Horat. Scoglius, der in derMitte des siebzehnten Jahrhunderts eine Kirchengeschichteschrieb, berichtet, dass es sich dort in der Kirche des heiligenSilvester befunden habe und verehrt worden sei. Er nimmtan, dass es von Constantinopel dorthin sei gebracht worden,kennt aber weder Zeit noch nähere Umstände der Versetzung(Reiske S. 27. 33). Endlich behauptete auch Genua sich in demBesitz desselben zu befinden, wie Hieron. Xaverius (f 1617)und Chifflet (f 1660) sagen (vgl. Reiske S. 53). Das Dasein desBildes zu Rom leidet keinen Zweifel, ich kenne mehrere alteNachbildungen davon. Die vorzüglichste darunter besass ClemensBrentano: von dieser ist eine weitere, sorgfältige Abbildung in