Druckschrift 
3 (1883)
Seite
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DIE SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTUSBILDER. 169

befreit zu werden, schreibt er einen Brief an Christus undsendet den Ananias damit ab: und da dieser nicht bloss desWegs kundig, sondern auch ein geschickter Maler ist, so trägter ihm zugleich auf, wenn Christus die Einladung nicht an-nehmen werde, wenigstens ein ähnliches Bild von ihm mitzu-bringen. Ananias findet den Herrn, als er eben unter freiemHimmel das herbeigeströmte Volk lehrt und Wunder verrichtet.Da er sich ihm nicht nähern kann, so besteigt er einen nichtfern gelegenen Felsen. Von hier aus die Augen auf ihn heftendbeginnt er ihn abzubilden. Jesus, der das im Geiste sieht,auch den Inhalt des Briefs schon kennt, lässt ihn durch Thomaszu sich bescheiden. Nachdem der Heiland die Antwort anAbgarus geschrieben und dem Ananias übergeben hat, sieht er,dass diesem der weitere Auftrag seines Herrn auf dem Herzenliegt. Da wäscht Jesus sein Antlitz mit Wasser, und indem ersich mit dem dargereichten Handtuch abtrocknet, bewirkt erdurch übernatürliche, göttliche Kraft, dass sich sein Bild in dasTuch abdrückt. Dann reicht er dem Ananias das Tuch, deres dem Abgarus bringen soll, damit seine Sehnsucht gestilltund seine Krankheit geheilt werde. Auf der Heimkehr gelangtAnanias zu der Stadt Hierapolis, bleibt aber ausserhalb undbirgt das heilige Tuch in einen Haufen frischgemachter Ziegeln.Um Mitternacht erblicken die Bewohner der Stadt ein diesenPlatz umkreissendes Feuer. Sie eilen herbei, forschen denAnanias aus und finden, seiner Angabe gemäss, das in denZiegeln verborgene Heiligthum. Allein sie finden noch mehr,auf einem nahe gelegenen Ziegel ein zweites göttliches Bildnis,das durch Einwirkung des Tuchs entstanden war. Und danirgends ein Feuer zu entdecken ist, sondern der Glanz vondem Bilde ausgegangen war, so behalten die Einwohner denZiegel als einen heiligen köstlichen Schatz und lassen denAnanias weiter ziehen. Er stattet dem Abgarus Bericht abund übergibt ihm die heilbringenden Dinge. Conftantin merkthier an, dass dieser Ziegel noch zu seiner Zeit zu Hierapolisaufbewahrt werde. Ohne Zweifel dasselbe Bild, das nachZonaras (f ] 118, annal. lib. 16, cap. 25) und Glycas bald nachhervom Kaiser Nicephorus Phocas (regierte 963969) von dort