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3 (1883)
Seite
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DIE SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTÜSBILDER. 157

umstürzen und durch seine eigene ersetzen, die hernach derBlitz niederwarf; den Kopf retteten die Christen. Nach Asteriusvon Amasia (homil. in Jairum et mulierem aijxoppooüaav heiPhotius bibl. cod. 271) ward sie von Maximinus (305) weg-genommen. Wiederum abweichend erzählt J. Malala, ausJustinians Zeit (lib. X, p. 237239), dass die Frau erst nacherlangter Erlaubnis von Herodes II das Bild mitten in derStadt errichtet habe und dass es noch, in ein heiliges Bethausversetzt, dort zu sehen sei. Ob es ein Hadrian oder Antoninwar, vor dem die gerettete Provinz kniet, wie man wahrschein- 138lieh gemacht hat (Munter 2, S. 1217; die hierhergehörigenSchriften in der Anm. 40, vgl. O. Müller Archäologie §. 213, 3),darauf kommt es hier nicht an: uns genügt zu wissen, dassschon zu Zeiten Constantin des Grossen die Gruppe als Christusmit der geheilten Frau gedeutet wurde. Ein solches Erzbildkonnte man schwerlich als ein nicht von Menschenhänden ver-fertigtes Werk betrachten: wie gelang es aber dem Künstlerwas über menschliche Kräfte gieng aufzufassen? Liess manden übernatürlichen Abdruck des Antlitzes auf die Leinwandvorausgehen, so war ein Vorbild gegeben, das Bild von Erzgerechtfertigt, und die damit verknüpfte Sage ergänzt. Erstam Ende des 15. Jahrh. wollte man das Haus jener Frau auchin Jerusalem entdeckt haben; s. Acta sanetorum p. 454.

Ihren Namen kennen die Evangelisten so wenig als dieKirchenväter des 4. und 5. Jahrhunderts, erst in dem Evangeliumdes Nikodemus (cap. 7) und bei Joannes Malala (chronogr.p. 237. 239 ed. Dindorf) wird sie BspoviV/j, BspviV/j genannt,die beide jedoch nichts von dem Tuch mit dem Bildnis wissen.Die Vermuthung ist daher erlaubt, dass die Veronicasage dortherden Namen entlehnt habe. Veronica ist buchstäblich Bäpovixyj;die leichte Vertauschung des B mit V macht keine Schwierig-keit (vgl. Reiske p. 66. 67); auch wird hernach einer Urkundevom Jahr 1011 Erwähnung geschehen, in welcher Beronicageschrieben ist. Eine andere durch Mabillon und Papebroek(Thilo codex apoeryphus N. T. 561. 562) aufgebrachte Ver-muthung, die Veronica aus den zwei Wörtern vera icon mitUmstellung der Buchstaben erklärt, hat etwas Ansprechendes,