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3 (1883)
Seite
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156 DIE SAGE VOM URSPRUNG DER CHRISTUSBILDER.

aurea erzählt, die fromme Frau habe Christi Bildnis gerne be-sitzen wollen, er sei ihr auf dem Wege zu dem Maler begegnet,habe das Linnentuch, das sie diesem habe bringen wollen, ihr137 abverlangt und es, mit seinem Antlitz bezeichnet, ihr zurück-gegeben; dass er es an sein Gesicht gedrückt habe, wird nichtgesagt. Am ausführlichsten, aber abweichend von allen be-richtet Wernher. Lucas (der Name des Malers kommt hierallein vor) gibt den Bitten der Frau Veronica nach und ver-sucht dreimal ein Bildnis Christi zu malen; es mislingt jedes Mal.Da erbarmt sich der Herr: er heisst die Frau einige Speisezubereiten, die er bei ihr gemessen will. Als er kommt, ver-langt er Wasser zum Waschen, nimmt dann die von ihr dar-gereichte Zwehle, und diese empfängt, indem er sich abtrocknet,sein Antlitz. Das also steht fest, Veronica besass das wahreBildnis Christi, doch über die Entstehung desselben, und dasist der schwierigste Punkt, schwankt die Sage.

Warum aber ward jene Frau, die, indem sie den Saumvon Christi Kleid berührte, von dem Blutfluss sich geheiltfühlte (Matth. 9, 2022. Marc. 5, 2534. Lucas 8, 4348,vgl. diu urstende in Hahns altdeutschen Gedichten 109, 75 ff.),in diese Sage verflochten? Zwar nicht alle Darstellungen sagenausdrücklich dass es jene Frau gewesen sei, aber doch geradedie ältesten, die angelsächsische, die Kaiserchronik und dielateinische Erzählung in Prosa; auch der Pseudodexter thut esad a. Chr. 48, S. 94. Ich finde den Grund in einer anderenSage, die im vierten Jahrhundert schon im Gange war. Nacheiner Erzählung nämlich von Eusebius (hist. eccl. üb. 7, cap. 18)hatte jene Frau in ihrer Heimat, zu Paneas oder CaesareaPhilippi, zwei Bildsäulen aus Erz vor der Thür ihres Hauseserrichten lassen; die eine stellte den Heiland dar, die anderesie selbst, wie sie mit flehender Gebärde vor ihm, der ihr dieHand reicht, kniet. Eusebius hatte selbst beide Bilder ge-sehen und fügt hinzu, dass zu den Füssen Christi ein unbe-kanntes Kraut wachsen und, wenn es den Saum seines Kleidesberühre, für allerlei Krankheiten Heilung gewähren solle. AuchSozomenus (hist. eccl. üb. 5, cap. 20) und Philostorgius (hist.eccl. 7, 3) reden von dieser Bildsäule Christi, Julian üess sie