Druckschrift 
3 (1883)
Seite
121
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ZUR LITTERATUR DER RUNEN. 12 1

der dort ebenfalls befindlichen slavischen Gottheiten. Mit 14 Holz-schnitten. Loitz und Grifswalde, 1826 in 4°) nicht bloss Nach-richt davon gegeben, sondern auch Abbildungen nach eigenenZeichnungen geliefert zu haben. Es sind vierzehn Steine, sämmt-lich von geringem Umfange. Der grösste wiegt nur zwanzigPfund, der kleinste ein halbes. Schon dadurch unterscheidensie sich gar sehr von den nordischen, schwer zu bewegendenRunensteinen und konnten deshalb, bis auf ein Paar, in natür-licher Grösse abgebildet werden. Sie haben keine regelmässigeGestalt, noch sind sie vorher gleichförmig zugerichtet, jedochist Fig. 4 länglichrund, Fig. 9 ganz eiförmig. Dass man indeutschen Gräbern mehrmals eiförmige Steine gefunden, habeich schon an einem anderen Orte bemerkt. Ausser den Runenenthält fast jeder Stein noch eine Figur, sei es eine mensch-liche Gestalt oder ein Kopf, ein Thier, allzeit aber von äusserstroher Arbeit; nur ein nordischer Stein, den ich aus dem Bautil(No. 581) auf Taf. VI wieder habe abbilden lassen, könnte alsGegenstück dazu angeführt werden. Da ist kein Gedanke anZeichnung, auch nicht die ungeschickteste: die Beine blosseStriche, wie Nase und Mund, die Augen zwei Punkte. Die In-schriften enthalten wenige, manchmal ganz einzelne Runen; esist dasselbe Alphabet, nur, wie sich von selbst versteht, sinddie Zeichen roher und plumper eingehauen. Indessen liest man

No. 1 RAD....., ohne Zweifel Radegast, und Fig. 10 SIEBA,

und erkennt bei aller Ungeschlachtheit die Figuren beider Gott-heiten, den Fig. 1 und 15 bei Masch entsprechend. Sovielscheint mir gewiss, wird die Echtheit der Steine erwiesen, sowird man gegen die Echtheit der früher gefundenen Erzbilderkeinen Zweifel von Belang mehr erheben können; der umge-kehrte Fall ist freilich nicht ganz so entscheidend.

Von dem Fundorte und dem Finder keine Spur. Manwusste zu Strelitz durchaus nichts mehr, als was ein beiliegender 35Zettel aussagte, wornach man die Steine aus geöffneten Grab-hügeln genommen, wo sie meist ganz oben als Schlusssteinegelegen; auch .war bemerkt, dass sie nach der Zahl der Urnenbehauen seien. Der Verfasser dieses Zettels war gleichfalls un-bekannt und die Angabe von einem Behauen der Steine im-