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3 (1883)
Seite
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120 ZUR LITTERATÜR DER RUNEN.

gebraucht wird, wiewohl dieses daneben die gewöhnliche, hierdem gothischen A am nächsten kommende Form hat. Ab-weichend ist ferner die Gestalt von K ("10, von P, das demgriechischen ähnlich, oft dem U, der bekannten, oben geschlosse-nen Rune, völlig gleicht, endlich von W (ft). Das Z (fh)scheint mir besondere Aufmerksamkeit zu verdienen, und zwaraus folgendem Grunde: in dem sogenannten markomannischenund angelsächsischen Alphabet finden wir gleichfalls ein rö-misches Z, während zu der Zeit, wo diese Alphabete aufge-zeichnet wurden, die Sprache der Sachsen und Angeln, dieserLaut nicht eigentlich vorhanden, mithin ein Buchstabe dafürüberflüssig war. Ich habe diesen befremdenden Umstand aufverschiedene Art zu erklären gesucht, da aber nun die slavischeRune für Z (cz, tsch, ein in der slavischen Sprache alter undunentbehrlicher Laut) mit der markomannischen Ziu überein-stimmt, nur dass sie, was bei den Runensteinen häufig sich er-eignet, umgekehrt gestellt ist, so wäre die Vermuthung an sichgerade nicht zu verachten, wornach die Markomannen, d. i. dieüberelbischen Sachsen, von den benachbarten Ostseeslaven diesenBuchstaben möchten empfangen haben.

Dies ist die Lage der Dinge, zu einer vollständigen Über-zeugung gelangt man auf keiner Seite, und es wäre ebensowohlübertriebener Argwohn, wenn man diese Denkmäler ohne Wei-teres wie Täuschungen und lügenhafte Erfindungen späterer34 Zeit verächtlich bei Seite schieben, als tadelnswerther Leicht-sinn, wenn man an ihre Echtheit unbedingt glauben wollte.Desto erwünschter kommt die neueste Mittheilung, die uns derEntscheidung näher bringen muss. Ausser jenen Götzenbildernvon Erz wird in dem Museum zu Strelitz auch eine Anzahlslavischer Runensteine bewahrt. Ein eigentliches Geheim-nis kann dies nicht gewesen sein, jedoch öffentlich ist bishernichts davon bekannt geworden. Herr F. v. Hagenow hat alsodas dankbar anzuerkennende Verdienst, zuerst in einer beson-deren Schrift (Beschreibung der auf der grossherzoglichen Biblio-thek zu Neustrelitz befindlichen Runensteine und Versuch zurErklärung der auf denselben befindlichen Inschriften nebsteinigen neuen Nachrichten über die Fundorte derselben und