ZUR LITTERATUR DER RUNEN. 111
Abschreiber nichts zwischen A und B setzen wollte. Das Hhat eine regelmässige Gestalt, und die unrichtige Nachbildung,die ich vor mir hatte, veranlasste eine frühere Bemerkungdarüber, die ganz wegfallen muss. Den Schreibfehler dai fürdac zeigt allerdings der Kodex selbst. Elcd ist das angel-sächsische eolx, nur entstellt, das Zeichen selbst aber gehörtnicht dem X, sondern der Rune, die im Angelsächsischen denNamen jor führt. Die vorletzte Rune ist kein A, obgleich esdie Gestalt des lateinischen A hat, sondern ein Y, und deretwas abstehende Name uyr gehört dazu, der auch nur fälsch-lich für yr steht; es hat in dem St. Galler Kodex 878 ganzdieselbe Gestalt. Die letzte Rune heisst nach dem angelsächsi-schen Alphabet calc; darüber vgl. meine Schrift S. 99.
9) RUNEN IN ST. GALLER HANDSCHRIFTEN.
Von dem zweifachen sogenannten Isidorischen Runenalpha-bet in dem St. Galler Kodex 878 *) habe ich Taf. II eine Ab-bildung mitgetheilt, die ich Hrn v. Arx verdankte. NachErscheinung des Buchs 1822 erhielt ich von der Güte desselbenGelehrten eine auf abermalige genaue Untersuchung des altenKodex gegründete zweite Zeichnung von dem Abecedarium nord.,nachdem durch Anwendung eines Reagens einiges deutlicherhervorgetreten war. In den Runenzeichen selbst hat sich zwarmanches besser gezeigt, allein hauptsächlich sind es die dabeistehenden Namen und einzelnen Worte, die an Verständlichkeitgewonnen haben, obgleich auch hier noch manches dunkel undausgelöscht bleibt. Ich gebe diese verbesserte Zeichnung hierum so lieber, als auch späterhin noch einmal Herr Dr Pertz,unabhängig davon, dieses Alphabet in St. Gallen nachgebildethat und es bekannt machen wird. Die Abweichungen beiderZeichnungen dienen vielleicht, den schwierigen Stellen besserbeizukommen.
hunderts und ist derselbe, aus welchem Docen schon Reimverso (Mise. 1, S. 18)und ein altdeutsches Glossar (Mise. 1, S. 191) mitgetheilt hatte. Vgl. dienähoron Angaben vor dem Kodex. W. Grimm.]
*) [Massmann, Anzeiger 1, 32. W. Grimm.]