Druckschrift 
3 (1883)
Seite
110
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HO ZUR LITTERATUR DER RUNEN.

8) RUNEN IN EINER HANDSCHRIFT AUS TEGERNSEE.

Eines Alphabets in einem zu München befindlichen, ausTegernsee dahingekommenen Kodex*) hatte ich in meiner SchriftS. 111 ff. gedacht, ohne dass ich im Stande war, eine Ab-zeichnung aus dem Original selbst zu liefern. Seitdem habeich diese durch die Freundschaft des Herrn Bibliothekars Docenerhalten und theile sie hier mit: q Die Handschrift, in welcher aller-

3* lei verschiedenartige Dinge zusammen-

J^ j geschrieben sind, enthält S. 44 ein

Formular, woraus sich ihr Alter einiger-

»£- jL, ' m massen bestimmen lässt; dort stehen

, * «L» V"'n nämlich die Worte (haec concessio):

, "-* . ,, *^ »data ann. regni domini hlud regis

- - V «s* . in orientali frantia.« Die übrigen

^ /\ Namen und Zahlen sind in diesert i* « Urkunde unbestimmt, allein da Lud-

«^, ^J yf* wig der Deutsche nach dem Jahre 843

^ » Ostfranken bei der Theilung des Reichs»N P > erhielt, so würde die Handschrift in

die Mitte des neunten Jahi'hunderts

26

*

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zu setzen sein.

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/S f^ Die Runen sind angelsächsische,

wie ich schon dort S. 114 und 134{J ^ ausgeführt habe, in der lateinischen* r f* *~^ Ordnung aufgestellt. Ich verweise auf

<C _^ die Anmerkungen dazu S. 114 und115 und füge Folgendes als Ergän-

>2s

£ «f , erste Rune heisst nicht agcar, sondern

<$ , p ,y. das sind zwei Namen äc und car. Für

ü» £ das Letztere, das wahrscheinlich rich-

<. "ÄC p yy» tiger ear geschrieben wird, fehlt das

^» Zeichen; wohl absichtlich, weil der

P^ V ? 7> zung und Berichtigung hinzu. Die

*)'[Massmann (Anzeiger 1, S. 27. 28) gibt nähere Nachricht von diesem.Codex membr. 8, jetzt IV, 6 a. Er gehört in die erste Hälfte des 9. Jahr-