108 ZUR LITTERATUR DER RUNEN.
des Lambart Lombard (Sutermann) aus Breda gebürtig warund 1568 starb: wie passt das zu der Zahl 1482 auf derInschrift?
6) ANGELSÄCHSISCHE RUNEN IN EINER VATIKANISCHEN
HANDSCHRIFT.
Herr Dr Pertz fand in einem Kodex (Bibl. Christ. Vatic.338, Fol. 90), den er ins elfte Jahrhundert setzt, ein Runen-alphabet, das er mir gütig mittheilte, welches aber hier bekanntzu machen ich mir versage, da ich höre, dass es als Anhangzu der italienischen Reise bereits lithographiert ist. Ich willFolgendes dazu bemerken.
Es ist in der Ordnung des lateinischen Alphabets abgefasstund stammt unmittelbar aus dem Angelsächsischen, wie dieNamen daeg, hegil usw. beweisen. Daher heisst J auch ger22 oder geor, es steht aber geos da, weil abermals ein Abschreiberdas angelsächsische r für s ansah. Weitere Fehler sind: beiM moun für man, bei O eos für oos, bei P pear für peord,bei T tu für tir, bei X ilih für ilix, d. h. iolx.
Überraschend und ungewöhnlich ist das Q in folgenderGestalt Jj und mit dem unverständlichen Namen vymoth; umso verdächtiger, als der Name nicht mit dem Buchstaben an-'fängt, den er bezeichnen soll, was sonst erste Bedingung ist.In den gewöhnlichen angelsächsischen Runen heisst Q qweern,und die Gestalt ist von jener ganz verschieden. Sonst bietetdieses Alphabet nichts Neues dar.
7) RUNEN IN EINER PARISER HANDSCHRIFT.
In dem Pariser Kodex 5239 hat Herr Professor Grafffolgendes Runenalphabet entdeckt und mir freundschaftlich [imJ. 1825 aus Paris]*) zugesendet:
*) [Zusatz im Handexemplar.]