102 ZUR LITTERATUR DER RUNEN.
•weichenden darin. Vielleicht aber waren auch die lateinischenZahlen schon von jemand, der an einem Text der Bibel ar-beitete, an den Rand des gothischen Manuskripts angemerkt.Ich will jetzt die Zahlen einzeln durchgehen.
Erste Reihe.
Genesis V, 3. SL = 230. Die Vulgata abweichend CXXX,
und so steht auch lateinisch darunter.» »5. 'tL = 930. Vulg. stimmt überein, und daher
unten richtig DCCCCXXX.» 7. HVZ = 707. Vulg. abweichend DCCCVII.» 8. fIB_= 912. Vulg. stimmt DCCCCXII.» 13. HVM = 740. Vulg. abweichend DCCCXL.
17 Zweite Reihe.
7= 60.
L = 30.
Fq = 590.
N= 70.
Öq = 890.q = 90. Hier ist die lateinische Erklärung DCCCC alleinfalsch, zumal i] vorher richtig verstanden und ^,was da stehen musste, aus der vorigen Zeile be-kannt war.Für diese Reihe schwindet die Quelle, und ich weiss nicht,woher, diese Zahlen genommen sind. In der ganzen Bibelkommt weder 590 noch 890 vor; freilich 30, 60 und 70 häufiggenug, ja 70 eben auch Gen. V, 12. Man könnte vermuthen,die Handschrift des Ulfilas sei, wie der Cod. Arg. (Büsching,S. 187), in Quaternionen abgetheilt gewesen,*) und die Bezeich-nung derselben habe die Zahlen geliefert, aus welchen diesehier entnommen wurden und deren Erklärung in lateinischenZiffern nothwendig richtig ausfallen musste, falls die Handschriftselbst vollständig war. Enthielt sie aber die ganze Bibel, sokonnte die Zahl der Quaternionen leicht bis zu 900 heraufsteigen.
*) [Vgl. Massmann, goth. Homilie p. 57. W. Grimm.]