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3 (1883)
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100 z tJR LITTERATÜR DER RUNEN.

15 schon vorhin angemerkt ist, und wahrscheinlich stand es früherda, und die anderen Worte sind nachher zugesetzt, so wie ichvermuthet habe, dass das kleinere Alphabet erst später sei zu-gefügt worden. Das erklärt auch, warum dieser Genitivus mitden übrigen nicht zusammenhängt. XAUS wurde allein alsProbe hingeschrieben, und das griechische XP1 als Glossedarunter.

4) GOTHISCHE ZIFFERN.

Wir gelangen zu den Ziffern, dem Letzten, was die WienerHandschrift Gothisches darbietet. Sie machen sich gleich durchStriche über den Buchstaben kenntlich, wie in den alten Codicesdes Ulfilas. Das gothische Alphabet reicht, wie das griechische,bis 800, beide haben für 90 und 900 keine Buchstaben, son-dern Zeichen, das eine u_: 90 ist schon vorhin besprochen, woich die Vermuthung gewagt habe, dass es einen verlorenenLaut darstelle. Da im Griechischen die Zahl 900 gewöhnlichausgeschrieben wird, so hat man für das Gothische ein Gleichesbehauptet, und im Mailänder Fragment von Esra (2, 36), woder Fall vorkommt, ist wirklich, und zumal mitten unter Ziffern,niunhunda durch Buchstaben dargestellt. Um so merkwürdigererscheint hier ein besonderes Zeichen für 900, dem runischen Tsehr ähnlich: f- Der eigene Umstand tritt hinzu, dass ebendieses Zeichen auf dem vorhergehenden Blatte des Wiener Kodex,wo,- wie oben bemerkt, ein griechisches Alphabet sich findet, inganz gleicher Gestalt und Geltung als svvocxoawi aufgestellt wirdund den Benediktinern zufolge (Nouv. traite I p. 682) in spätererZeit, d. h. seit dem dritten Jahrhundert, in Handschriften vor-kommt. Im Altgriechischen hat das stticjvjij.ov für 900 verschie-dene, unter anderen auch einem liegenden F, einem ß ähnlicheFormen, die man auf der vergleichenden Tafel der Benediktinernachsehen kann. Hat in unserem Falle der Gothe von demGriechen geborgt, oder umgekehrt? oder haben beide ein gleichesRecht?

Ich lasse diese schwierigen Fragen unbeanwortet, um beieiner wichtigeren Bemerkung zu verweilen, welche aus diesenwenigen, glücklich erhaltenen Zahlen sich entwickelt. Warum