ZUR LITTERATUR DER RUNEN. 9]
bar störend eingerückt*), nach- ( -^ i^ 4ng^1^
dem die Reihe fertig war, hat *^ «
auch keinen Namen neben *T" *£ v^**
sich, mit welchem es bereits * uulA^*
unten stand. I /"^ \\ L^ L
Die Form dieser Buch- "t V^/ y^ Xi
staben ist im Ganzen die ge- *
wohnliche, namentlich ist das ^ QTH offen, und nur das B oben
wieder zugezogen. Das S gleicht dem S der neapolitanischenUrkunden, wo es aussieht wie ein lateinisches E, der griechi-schen Gestalt ähnlich, während in der Handschrift des Ulfilases die lateinische hat. Endlich ist das HV, sonst überall einvollkommener Zirkel mit einem Punkt in der Mitte (0), hiernach oben hin geöffnet.
Ein zweites gothisches Alphabet zur rechten Seite er-scheint gleich auf den ersten Anblick merkwürdig: theils sind dieBuchstaben kleiner und mehr liegend, jener Kursivschrift sichnähernd, welche die neapolitanischen Urkunden darstellen; theilsenthält es eigenthümliche und neue Zeichen. Es scheint wievon einer anderen Hand zugefügt und befolgt, von den anderenabweichend und einen kundigeren Verfasser verrathend, diegothische Ordnung und zwar bis auf einen streitigen Punkt,ohne zu fehlen. Das A, dessen Gestalt auffällt und welchesaus drei von einander abgelösten Strichen besteht, wird doch,sobald man diese nur zusammenschiebt und verbindet, dem Ain jenen Urkunden sehr ähnlich, sowie das geschlossene B demdortigen gleicht. Das D befremdet, es hat nämlich offenbardie Gestalt von jenem kmar^iov u für die Zahl 90. Wie, wenndieses doch ursprünglich ein Buchstabe wäre und einen bereitsuntergegangenen Laut bezeichnete? Tenuis, media und aspiratader Lingualreihe sind vorhanden, und wird ihm doch darin, wie ihier geschieht, ein Platz angewiesen, so könnte es nichts andersals eine aspirierte media, ein DH sein. Die Existenz derselbenwäre allerdings merkwürdig, und da sie im Nordischen und
*) [? »es gehört als Zahlzeichen dahin.« Jacob Grimm ebenda.]