88 ZUR LITTERATUR DER RUNEN.
4 Alphabet steht und hier daneben angegeben ist, i et h, das eo:eoh der Cotton. Runen ist doch nur dasselbe, ebenso hier ilcs,i et x, gleich mit dem dortigen eolx, iolx. Ich wiederhole nicht,was ich zur Erklärung der Namen bereits anderwärts gesagthabe. — Bei T der Name ti, nicht tir mit dem Geschlechts-zeichen, wie in den Cotton. Alphabeten (vgl. Taf. III), sondernhierin den St. Galler und Pariser Handschriften beistimmend.— Bei M ist mon bloss dialektische Abweichung, desto grösserder Schreibfehler in der zweiten darauf folgenden Rune, überwelcher die Bedeutung n et g angegeben ist; nämlich statt lugist zu lesen ing, und man sieht hier, dass der, welcher den Kodexschrieb, kein Angelsächsisch verstand. — Bei D ist daeg (1. däg)wiederum angelsächsische Form, wie bei oedil. — Die zweifolgenden Runen, ac und aer genannt, bezeichnen das einfache aund das doppelte ä, allein aer ist falsch und dafür äse zu lesen.Bei der nächsten ist eor gleichfalls unrichtig*) und sollte earheissen, wie auch ein darüber stehendes ea beweist. Es fehlennoch einige Runen für zusammengesetzte Laute, die in Cotton.Handschriften vorkommen, aber nicht wesentlich sind. Dieebenfalls roth geschriebenen lateinischen Vokale mit den Punktenzeigen die bekannte Geheimschrift an. Beispiele in SavignysGeschichte des römischen Rechts III S. 742, IV S. 455.
2) GOTHISCHE ALPHABETE.
Neben die Runen sind, jedoch mit schwarzer Tinte, eineAnzahl gothischer Buchstaben geschrieben. Die Berührung desgothischen und runischen Alphabets, wovon uns hier ein neuerBeweis erwartet, erklärt und rechtfertigt es hinlänglich, wennwir dabei verweilen. Es sind nur sechzehn Zeichen, und mit Uwird abgebrochen. Ich will zuvörderst ein anderes gothischesAlphabet, welches Herr Dr Pertz in einer Vatikanischen Hand-schrift No. 1795, Fol. 9 entdeckt und mir gütigst mitgetheilthat, folgen lassen: >
*) [Jacob Grimm setzt in seinem Handexemplar ein Fragezeichen hinterdieses Wort.]