Druckschrift 
3 (1883)
Seite
87
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ZUR LITTERATUR DER RUNEN. §7

Handschrift ihr Alter höher hinauf-rücken sollte, nicht vor uns, son- ^i" 1 ' . \ *yi"dem eine weitere Abschrift, eben I \**- {\\weil angelsächsische und deutsche * tFormen und Schriftzüge unter ein- * * l Ck ~ ** 'ander gemischt sind. I . i

Dies näher darzuthun, will ich <^' ll V««

die Runen einzeln durchgehen. Ge- _ «C jl^**ordnet sind sie nicht nach dem | M*

lateinischen Alphabet, sondern sie f* i

haben ihre eigenthümliche Folge |/j ' 1 *beibehalten. Fe, fech ist mehr '

deutsche als angelsächsische Form, die feoh geschrieben wird.

Die zweite Rune, ur, welche gewöhnlich folgende Gestalt hat,H, ist hier oben ganz zugespitzt, wie es nur noch in den so-genannten Runen des Isidor vorkommt. Das tf (dh) beider dritten Rune verräth die angelsächsische Abkunft, in anderenHandschriften (s. Taf. I u. II meiner Schrift) findet man ein th,welches wenigstens nach der Raskischen Regel im Anlaut dasRichtigere wäre. Bei R steht rajda; als angelsächsisches Wortenthielte es einen doppelten Fehler, denn das a ist falscher Zu-satz, und das Wort selbst heisst räd, dem nordischen reid ent-sprechend; raed würde consilium bedeuten; dagegen könnte manrasda als eine Annäherung zu der althochdeutschen Form reita(Gramm. II S. 514) betrachten. Gegen geofu ist beim Gnichts einzuwenden, und es ist besser angelsächsisch, als dassonst vorkommende gyfu. Bei dem folgenden W fällt auf,dass in dem Namen uyn (richtiger uuyn, wie auch uu über demZeichen steht) das angelsächsische eben aus den Runen bei-behaltene Zeichen rf nicht gebraucht ist, wie in den Alpha-beten-aus den Cotton. Handschriften immer. Hasgil (d. h. hägel)ist angelsächsische Form, gleich naed, wenn es richtig neädgeschrieben wäre, entsprechend dem deutschen hakal und not.

Gaer, richtig, kommt mit dem gothischen jer überein, warumein doppeltes g neben dem Zeichen steht, wenn es nicht Zufallist, weiss ich nicht; griechische Aussprache kann nicht gemeintsein. Die nächste Rune bedeutet ih, wie im St. Galler