DIE ALTNORDISCHE LITTERATDR. 73
nur die Gestaltung der Lieder, gleichsam das Leibliche; ihr 46Kern, die Sage selbst und ihre poetische Anschauung, kanndabei in viel früherer Zeit dagewesen sein. Lieder aus demFabelkreis der Nibelungen kommen nicht vor, nur in einem(Ritter Tynne No. 7) werden die Berner Helden genannt;übrigens fehlen sie nicht ganz in Schweden und eine AnmerkungS. 50 gedenkt einer handschriftlichen Sammlung, worin dasLied von Dietrich (1. Widrich) Werlandssohn und seinem Kampfmit dem Riesen Högeben, verschiedentlich von dem Dänischenabweichend, sich befinde. Auch redet die Sage in Schonennoch von ihm und seinem Vater Werland. Übrigens sieht derVerfasser diese Lieder nicht mit so günstigen Augen an, alsdie anderen, weil er glaubt, dass sie einer heidnischen Vorzeitangehörten, deren Beschreibung jetzt einer Travestirung gleiche;doch hat Nyerup schon richtig dagegen bemerkt, dass dies nurhöchstens von einem Liede könne gesagt werden. — Ein zweiJahre später herausgekommenes Buch: Nordmanns Harfevon Atterborn (Stockholm 1816) soll gleichfalls schwedischeVolkslieder enthalten, ich kann aber nichts weiter als diesekurze Nachricht darüber mittheilen. — Eine im Jahr 1811 zuStockholm »für Freunde des nordischen Alterthums« begonneneZeitschrift Iduna war mehr darauf angelegt, durch Dichtungenund unterhaltende Aufsätze dem Alterthum bei dem gebildetenPublikum Eingang zu verschaffen, als gelehrte Untersuchungenzu liefern, doch enthält das erste Heft eine Recension vonNyerups Götterlehre und Übersetzung der Vegtamsquida; daszweite eine Beschreibung von der Handschrift der prosaischenEdda, welche sich auf der königlichen Bibliothek zu Stockholmbefindet, von Hammersköld und eine Übersetzung der Völuspavon Afzelius, die darum Aufmerksamkeit verdient, weil Raskan der Herstellung des Textes Theil genommen. In dem viertenHeft ist das Sölarliod im Original und Übersetzung abgedruckt,bei dem Text ist eine zufällig gerettete Handschrift gebraucht,die in der Kopenhagener Ausgabe der älteren Edda zwarbenutzt war, aber nicht vollständig, so dass hier noch Variantengeliefert werden. Diese Zeitschrift wird noch fortgesetzt, essollen jetzt sieben Hefte ausgegeben sein. ■— Jonas Hallenberg,