DIE ALTNORDISCHE LITTERATUR. 65
terungen zugefügt. Voran geht, wie schon in anderen Ausgaben,König Alfreds eigener kurzer Bericht. Im Jahr 1815 gabGrim Johnsen Thorkelin heraus: de Danorum rebus gestis sec.III et IV poema danicum dialecto anglo-saxonica. Ex biblio-theca Cottoniania Musei brittanici. Das auf dem Titel angege-bene Zeitalter ist bloss nach der Meinung des Herausgebersbestimmt; die Handschrift rührt aus dem 10. Jahrhundert.Der Text bedarf einer kritischen Bearbeitung; N. F. S. Grund-vig soll Anmerkungen dazu geliefert haben.
Auch in der altfranzösischen Litteratur hat man nach Aufklä-rungen gesucht, und der Philolog Brönsted hat, als Ertrag seinerNebenstunden, Beiträge zu der dänischen Geschichte ausausländischen Handschriftensammlungen (bis jetzt zwei 41Hefte, Kopenhagen 1817. 1818) geliefert, worin man zum erstenMal grössere und zusammenhängendere Stücke von der Reim-chronik des Robert Vace (Romanz de Ron [Rou, publie parPlu-quet, Ronen 1827]), welche von Hasting, Rollo und anderer Nor-männer Thaten in Frankreich und der Bretagne handien, aus PariserHandschriften im Original mit dänischer Übersetzung findet.
Gleichfalls ist des Vorhabens zu gedenken, die durchinneren Werth ausgezeichneten Werke der altnordischen Litte-ratur vermittelst ansprechender Übersetzungen ins Dänischejedermann zugänglich zu machen und sie auf diesen Wegenschneller auf die Bildung der Gegenwart einwirken zu lassen.Nik. Friedr. Sev. Grundtvig zeigt sich hier besonders thätig,schon früher (in der Neujahrsgabe Heimdal von 1816) hatte erdie Norna-Gests-Saga übersetzt, jetzt aber hat er angefangen,die Heimskringla und den Saxo Grammatikus in dieserHinsicht vorzunehmen, und von beiden Werken ist der ersteBand (Kopenhagen 1818 in 4° splendid gedruckt) erschienen.Die Zuneigung ist auch noch von Pram und Tretschovunterschrieben als Mitgliedern der Gesellschaft für altnordischeWerke (»for Nordens Oldskrifter«).
Erfreulich ist die Theilnahme der Regierung an dem Ge-deihen dieser Litteratur. Ihre Einwirkung steht gegenwärtigin einer schönen Mitte, wie sie überall wünschenswerth wäreund ohne Zweifel am fruchtbarsten ist. Glaubt man bloss von
W. GRLMM, KL. SCHRIFTEN. III.