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3 (1883)
Seite
61
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DIE ALTNORDISCHE EITTERATUR. 61

Was den Verfasser der Sturlunga-Saga betrifft, so ist gewiss,dass der spätere Theil von Sturle Thordsen, einem Brudersohndes berühmten Snorre Sturleson, herrührt. Er stand bei demKönig Hagen Hagensen in Gunst und wurde zum Laugmandüber Island ernannt. Der erste Theil der Sage bis zum Jahr1201 wird nach dem Vorgang vorzüglicher Gelehrten, Torfaus,Fin Johnsen, Schönings u. a. dem Bischof Brand Sämundsenauf Holum zugeschrieben, allein P. E. Müller, der die Stelle,worauf sich die Vermuthung stützt, in der Sagenbibliothek I,S. 245. 246 mittheilt, hat gegründete Einwendungen dagegen ge-macht. Soviel ist gewiss, dass der Stil sich sehr verschieden zeigtund das Ganze im Verlauf der Jahrhunderte Veränderungen erlitten;namentlich sind spätere Zusätze eingerückt worden, welche vonSturle unmöglich herrühren können. Auch ist keine der Hand-schriften, welche dieser Ausgabe zu Grunde liegen, älter als derAnfang des 17. Jahrhunderts. Die Vorrede zu dieser Ausgabe ist.von B. Thorsteinson unterzeichnet. [Vgl. Kl. Sehr. II, S. 226 f.]Wir gedenken zuletzt noch einer Ankündungsschrift:Proben von dänischen Volkssagen, gesammelt von J. M.Thiele. Mit einer Vorrede vom Professor Nyerup, Kopenhagen1817. Der Verfasser, den Nyerup bereitwillig einführt, hat blossin Seeland aus mündlichen Überlieferungen und gedruckten oderhandschriftlichen Werken, doch aus diesen die geringere Anzahl,an zweihundert Sagen gesammelt. Er theilt hier achtzehn mitund gedenkt die übrigen in ähnlichen einzelnen Heften bekanntzu machen; zugleich lädt er andere zur Theilnahme ein, indem,was er gesammelt, kaum ein Drittel von dem ausmacht, wasnoch zurück ist. Das Unternehmen sowohl als die Ausführungverdient Beifall; es ist nichts verändert noch zugesetzt, sonderndie Sage schlicht erzählt, so dass ihr oft poetischer oft bedeu-tender Inhalt ungetrübt überliefert wird. Wenn die Sache, wiezu' wünschen ist, guten Fortgang hat, so wird überhaupt dasVerständnis der Sagen, besonders aber der deutschen, gar sehrzunehmen; ausserdem erhält man ein angenehmes Buch, wodurchsich erkennen lässt, was das Volk noch jetzt poetisch erfreutund bewegt, während Aufklärungen über alte Sitten und Ge-bräuche nicht ausbleiben werden, namentlich die verwandten